Nomen est omen?

Kevin? Justin? Finn? Chantal? Lisa? – Manche Vornamen öffnen gemäß diverser Studien Türen, andere nur Schubladen. Wie aufreibend die Suche nach dem passenden Namen fürs Kind sein kann, zeigt die brüllend komische französische Komödie „Der Vorname“ (2012): Eine Familie zerfleischt sich beim beschaulichen Dinner beinahe ob der Wahl des Namens für den noch ungeborenen Sippen-Neuzugang. Adolphe soll der Sprößling heißen, nach einer Romanfigur von Benjamin Constant – ein Skandal! Schließlich könnte der Knirps genausogut nach Hitler benannt sein. Das amüsante Kammerspiel, das hierzulande knapp 100.000 Kinogänger sehen wollten, erscheint nun auf DVD und Blu-ray Disc.


Nach der liebevoll montierten Eingangssequenz, die ein wenig an „Die fabelhafte Welt der Amélie“ erinnert, findet man sich beinahe sofort mitten im Geschehen wieder: Schauplatz des verbalen Gemetzels ist ein behagliches Wohnzimmer in Paris. Dort gehen sich die werdenden Eltern Anna (Judith El Zein) und Vincent (Patrick Bruel), dessen Schwester Élisabeth (Valérie Benguigui), deren Mann Pierre (Charles Berling), sowie Ziehbruder Claude (Guillaume de Tonquedec) temporeich und schlagfertig an die Gurgel.

Während die Blu-ray Disc die Familienfehde in klaren, detailreichen Bildern wiedergibt, kämpft die DVD mit einer leicht schwammigen Optik. Die satt leuchtenden Farben, die auf BD hervorragend zur Geltung kommen, wirken auf DVD leicht grell. Kontrast und Schwarzwerte wurden auf beiden Discs sauber umgesetzt. Da der Film sehr dialoglastig ist, kommen die Surroundkanäle kaum zum Einsatz. Die gelegentliche musikalische Untermalung bedient sämtliche Boxen dezent und schafft einen angenehmen Raumklang. Als Bonus gibt es lediglich ein mäßig interessantes Making Of.

Text: Maja Daebel / Fotos: Warner / Jean Claude Lother
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: ausgezeichnet
Freigabealter: 12
Studio: Warner
Laufzeit: 105 Min.
Im Handel, ca. 15 Euro