Leichte Küche, schwer bekömmlich

Bei Jacky (Michaël Youn) geht es eigentlich immer ums Kochen. Nur ist er kein besonders sympathischer Zeitgenosse und fliegt regelmäßig aus den Küchen. Widerwillig stellt Sternekoch Alexandre Lagarde (Jean Reno) den Hitzkopf ein: Die Kochlegende braucht frische Ideen, um sein Restaurant nicht an einen Molekularküche-Schnösel zu verlieren. – „Kochen ist Chefsache“ (2012) ist eher Fertiggericht als Haute cuisine: Die Charaktere bleiben zu eindimensional und unsympathisch. Immerhin lockte die französische Komödie mehr als 140.000 Zuschauer in die deutschen Kinos. Nun erscheint sie auf DVD und Blu-ray Disc.


Hektisch wie die Arbeit in einer Großküche gestaltet Regisseur Daniel Cohen die Suche nach dem Erfolgsrezept, und als es gefunden ist, schmeckt das Resultat ziemlich fad. Die Läuterung, die Grantler normalerweise in Komödien durchlaufen müssen, um am Ende Sympathieträger zu werden, fällt bei dem egozentrischen Koch Jacky viel zu oberflächlich aus: Zum einen wird der Charakterzug, an dem er zu arbeiten gelobt, längst nicht als sein störendster empfunden, zum anderen liefert Cohen keinen handfesten Beweis dafür, dass den Worten auch wirklich Taten folgen.

Insgesamt ist „Kochen ist Chefsache“ ein halbgares Vergnügen, das aber immerhin eine feine technische Note aufweist. Während die Blu-ray Disc mit hellen Farben, gutem Kontrast und sattem Schwarz ein sauberes Bild anrichtet, hätte die DVD etwas mehr Schärfe vertragen können. Der Ton wird auf beiden Discs mit klaren Dialoge auf einer räumlichen Musikuntermalung serviert. Ausgewogene Raumeffekte sucht man aber vergeblich. Als Dessert lässt sich auf beiden Scheiben zwischen einer Vielzahl von Interviews, verpatzter und entfallener Szenen sowie einem unterhaltsamen Making Of wählen.

Text: Ludwig Kramer / Fotos: Senator
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Freigabealter: 6
Studio: Senator
Laufzeit: 81 Min.
Ab 30.11. im Handel, ca. 12 Euro