Schnapp Dir das Mädchen!

Das Problem fängt schon im Namen von Marc Rothemunds („Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“, „Harte Jungs“) neuem Kinofilm an: „Mann tut was Mann kann“ ist einerseits kein Titel für einen Film, der vor Kreativität oder irgendeiner Art von Einfallsreichtum strotzen würde – andererseits aber auch keiner, der falsche Erwartungen weckt. Exakt so verhält es sich dann auch mit dieser eigentlich gut besetzten romantischen Liebeskomödie: Sie ist langweilig und -atmig, voraussehbar und arm an wirklich guten Witzen. Und sie ist – Achtung, Vorurteil – genauso, wie Frau es sich wünschen dürfte.


Paul (Wotan Wilke Möhring) ist ein ziemlich smarter Typ. Er arbeitet in einer Berliner Werbeagentur, nimmt sich Zeit für seine Freunde, sieht gut aus, ist immer freundlich – und überzeugter Single. An Angeboten mangelt es nicht, bloß hält es der geschiedene Vater einer Tochter nicht länger als eine Nacht im Bett einer Frau aus. Seine Kumpels sind da anders: Arbeitskollege und Lebemann Schamski (Jan Josef Liefers) kann sich zwischen seiner Frau und seiner Sekretärin nicht entscheiden. Programmierer Günther (Oliver Korritke) ist über beide Ohren in die Kellnerin Iggy (Karoline Schuch) verliebt, hat aber noch nie ein Wort mit ihr gesprochen. Und der neue Chauffeur Bronko (Fahri Yardim), den Paul wegen Führerscheinverlusts braucht, hängt an seiner Ex, ist erfolgloser Künstler und ziemlich kurzsichtig.

Hilfe in ihren Lebenslagen können sie von Paul alle gebrauchen, und Paul tut was er kann – bis er die Tierärztin Iris (Jasmin Gerat) kennenlernt und plötzlich selbst nicht mehr weiß, wie er das mit Verliebtsein halten soll. Iris ist nämlich verlobt, heiratet in ein paar Tagen und fühlt sich zu Paul insgeheim hingezogener, als ihr lieb ist.

Ein bisschen schade ist es schon um diesen stellenweise sogar sehr netten Film und seinen Hauptdarsteller, der da ungelenk mit seinem Tierheimhund Fred durch den Park stakst und sich routiniert durch die Betten Berlins schläft. Sympathieträger Möhring, der dank der Verpflichtung für den NDR-„Tatort“ sowieso Kieloberwasser fährt, wirkt in dieser Hauptrolle, als hätte er sie in einem Tag heruntergespielt und die schwachen Drehbuchdialoge der Praxis halber einfach runtergelesen.


Diese Leichtigkeit sei seine Herausforderung bei diesem Film gewesen, sagt Möhring selbst über seine Rolle des Pauls. Das ändert aber nichts daran, dass „Mann tut was Mann kann“ nicht mehr und nicht weniger als das ist, was es wahrscheinlich sein soll: eine gut besetzte romantische Liebeskomödie, die außer dem gehörnten Bräutigam am Ende keinem weh tut – und die nur sein Ensemble vor totaler Belanglosigkeit rettet. Ein Kassenerfolg ist also nicht unwahrscheinlich.

Text: Fabian Soethof / Fotos: 2012 NFP / Warner Bros. / Jürgen Olczyk
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Genre: Komödie
Freigabealter: 6
Verleih: Warner
Laufzeit: 107 Min.