Burn, baby, burn!

Als 1957 das Buch „On The Road – Unterwegs“ erschien, wollte der Autor Jack Kerouac es am besten gleich verfilmt sehen. Mit Marlon Brando in der Rolle des charismatischen Beat-Poeten Dean und sich selbst als sein Alter Ego Sal Paradise. Daraus wurde nichts. Erst mehr als 50 Jahre später schaffte es die erste Adaption auf die Leinwand: ein optisch perfektes Abbild des Werks mit stimmigem Cast, dem aber Atmosphäre über Seele geht. Die Verfilmung (2011) des Kult-Romans von Walter Salles kommt nun auf DVD und Blu-ray Disc in den Handel.


Spießbürgertum? Nein, danke! Der aufstrebende Schriftsteller Sal Paradise (Sam Riley) hält nichts von Konventionen und schließt sich daher dem lebenshungrigen Poeten Dean Moriarty (Garrett Hedlund) und dessen blutjungen Betthupferl Marylou (Kristen Stewart) an. Gemeinsam machen sie die USA unsicher – immer auf der Suche nach dem Kick durch Sex, Drogen und Musik. Kurz: Grenzüberschreitung.

Was die Beat-Generation lebte, war ein Angriff auf nahezu alle Werte der bürgerlichen Gesellschaft. Nach den 68-ern etwas in Vergessenheit geraten, erfrischt „On The Road“ mit Einblicken in das Leben und die Gedanken dieser ersten Revoluzzer. Deren Herzschlag einzufangen, gelang Regisseur Walter Salles allerdings nicht. Zu bräsig plätschert sein toll abfotografierter Film bisweilen dahin, um die Rastlosigkeit dieser Revoluzzer der 1950er-Jahre zu vermitteln. Schade, denn die hoch motivierten Darsteller gehen in ihren Rollen voll auf.


Optisch ist der Film auf Blu-ray Disc eine wahre Freude: Kontraste und Schwarzwerte wurden sauber herausgearbeitet. Die wunderbar klare Optik erstrahlt in satten Farben und punktet mit knackiger Schärfe. In dieser Hinsicht büßt die DVD ein, Kontraste und Farbwerte wurden insgesamt aber ordentlich umgesetzt. Beim Sound der Blu-ray Disc wurde leider nicht dasselbe Augenmerk auf Perfektion gelegt: Der HD-Mix übertrifft die Mischung der DVD kaum und bedient in der Regel die vorderen Boxen. Die Surroundkanäle werden vornehmlich vom fantastischen Soundtrack angesteuert, nur selten gibt es räumliche Effekte. Dialoge bleiben stets klar verständlich. Eine wahre Enttäuschung ist der Bonusteil: Bis auf ein paar entfallene Szenen bringen die Discs keine Extras mit.

Text: Lili Sommer / Fotos: Concorde
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Freigabealter: 12
Studio: Concorde
Laufzeit: 134 Min.
Im Handel, ca. 15 Euro