Der amerikanische Schmuddeltraum

Hollywood, 1987. Sherrie Christian (Julianne Hough), unschuldiges Mädchen vom Lande, fährt mit kleinem Geld und großen Hoffnungen nach Los Angeles. Im legendären Rockschuppen Bourbon Room bekommt sie einen Job als Kellnerin. Plötzlich ist Sherrie nicht bloß ganz nah dran an ihrem Popstar-Traum, sondern auch an ihrer Lieblingsband Arsenal mit dem Rockstar Stacee Jaxx (Tom Cruise). Doch das Scheinwerferlicht wirft Schatten: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sherries Traum zu einem Albtraum wird und sie sich ihre Brötchen als Table-Dancerin unter den Fittichen der Venus Club-Besitzerin (Mary J. Blige) verdienen muss. – Der Soundtrack der 80-er: Der wahnwitzige, aber sehr unterhaltsame Musical-Film „Rock of Ages“ (2012) fußt zwischen dem echten Rock der Siebziger und dem Grunge der frühen Neunziger. Jetzt erscheint der Film von „Hairspray“-Regisseur Adam Shankamn auf DVD und Blu-ray Disc.


„Rock Of Ages“ ist ein hanebüchener Over The Top-Parforceritt durch die Rock- und Popgeschichte der 80er-Jahre. Der kalkulierte Trash funktioniert hervorragend, weil jedem einzelnen Schauspieler 120 Dezibel Selbstironie, Uneitelkeit und nur ein bisschen Koketterie attestiert werden muss: Hauptdarstellerin Julianne Hough (tanzte bereits als Ariel im „Footloose“-Remake (2011)) etwa ist im echten Leben schon die tanzende und singende „American Dream“-Blondine, die sie im Film werden will, und Tom Cruise dürfte sich in seiner Rolle als Sexsymbol – wenn auch als erbärmliches – ebenfalls ausgetobt und wohl gefühlt haben. In Deutschland konnte das schrille Musical allerdings nur etwa 66.000 Zuschauer in die Kinos locken.

Das Wichtigste beim Musical ist immer noch der Ton. Wenn die Lieder nicht in bester Qualität erklingen, hat das restliche Spektakel verloren: Der Surroundmix der DVD und Blu-ray Disc von „Rock of Ages“ ist nahe am Optimum. Die Songs kommen nicht nur wuchtig und differenziert aus den vorderen Lautsprechern, sondern nutzen den vollen Raumklang und setzen die hinteren Kanäle ordentlich ein. Die Dialoge werden klar und verständlich eingebettet. Passend zu den schrillen Einlagen ist die klare Optik auf beiden Scheiben in knalligen Farben gehalten und mit guten Kontrast- und Schwarzwerten kombiniert. Das Bild der DVD zeigt – im Gegensatz zur knackig scharfen BD – verschwommene Kanten.


Beide Discs unterscheiden sich im Bonusteil: Während die Blu-ray Disc üppig mit Extras versorgt wurde, wurde die DVD mit einem kleinen Teil davon abgespeist. Auf der BD gibt’s unter anderem eine um 13 Minuten längere Fassung des Films, eine interessante Dokumentation über den Sunset Strip in den 80er-Jahren, ein ausführliches Making Of sowie ein kurzes Featurette zur Geschichte hinter den Songs. Die DVD bietet als Zusatz nur einen Ausschnitt des Making Ofs und zwei Musikvideos.

Text: Ludwig Kramer / Fotos: Warner
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: ausgezeichnet
Freigabealter: 6
Studio: Warner
Laufzeit: 118 Min.
Ab 26.10. im Handel, ca. 14 Euro