Einer geht noch

Auf den ersten Blick sitzt er im Paradies: Der Journalist Paul Kemp (Johnny Depp) soll auf Puerto Rico für eine Tageszeitung launige Artikel für amerikanische Touristen und Horoskope schreiben. Doch im Stillen verflucht der Zyniker seinen Job und die Insel, in der Regel mit einer Flasche Rum in der Hand. – „Rum Diary“ (2011) ist die manchmal etwas schwerfällige Kinoadaption von Hunter S. Thompsons gleichnamigem Roman, Paul Kemp das Alter Ego des Schriftstellers, der auch die Vorlage für „Fear and Loathing in Las Vegas“ (1998) lieferte.


Eine zarte Brise der Verrücktheit, die „Fear and Loathing in Las Vegas“ so aufregend machte, weht auch durch „Rum Diary“. Johnny Depp spielt den versoffenen, aber messerscharf analysierenden Kemp tatsächlich so, als sei der zugedröhnte Raoul Duke aus dem irren Leinwand-LSD-Trip dessen logische Weiterentwicklung.

Es macht so viel Spaß, ihm dabei zuzusehen, dass die eigentliche Handlung dabei eher störend wirkt: Der charismatische Bauunternehmer Sanderson (Aaron Eckhart) will, dass Kemp die halblegalen Pläne zur Bebauung der Insel in einem „unabhängigen“ Artikel schönschreibt. Da sich Kemp schwer in die schöne Freundin (Amber Heard) des jähzornigen Geschäftsmannes verliebt hat, lässt er sich gern von ihm hofieren.


Der karibische Traum erstrahlt auf Blu-ray Disc in satt leuchtenden, bunten Farben. Kontrast und Schärfe sowie Schwarzwerte wurden sauber herausgearbeitet. Auch kleinste Details sind in dem klaren Bild gut erkennbar. Die DVD hat sowohl mit Detailreichtum als auch mit Schärfe zu kämpfen. Beide Discs präsentieren sauber arrangierten Surroundsound, der eine angenehm räumliche Atmosphäre schafft. Sämtliche Boxen werden dynamisch und detailreich bedient. Im Bonusteil finden sich lediglich mäßig interessante Interviews und ein Blick hinter die Kulissen.

Text: Maja Daebel / Fotos: Universum
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Freigabealter: 12
Studio: Universum
Laufzeit: 114 Min.
Ab 18.1. im Handel, ca. 18 Euro