Was für ein Theater

An der bayrisch-österreichischen Grenze entwickelt sich 1780 ein beschwingtes, kerniges Lustspiel: Emanuel Schikaneder (Max von Thun), vor allem für sein Libretto zu Mozarts „Zauberflöte“ bekannt, strandet mit seinem fahrenden Theater in einem Alpendorf. Er ist Theatermann mit Leib und Seele, für den das ganze Leben ein Spiel ist. Dabei merkt er nicht, will nicht merken, dass es in seiner Compagnie rumort. Die Schauspieler sind unzufrieden, und seine Frau Eleonore (Lisa Maria Potthoff) wendet sich dem Star der Truppe zu. Marcus H. Rosenmüllers „Sommer der Gaukler“ (2011) ist ein quicklebendiges, quirliges Lustspiel, das mit Leidenschaft und in pompösen Bildern die (Theater-)Welt des Emanuel Schikaneders zeigt. Jetzt erscheint der Film, der in den deutschen Kinos mit nur knapp über 40.000 Besuchern kein großer Erfolg war, auf DVD und Blu-ray Disc.

Babette (Anna Maria Sturm) wünscht sich von Emanuel Schikaneder (Max von Thun)
ein revolutionäres Theaterstück.



Auf „Sommer der Gaukler“ muss man sich einlassen. Rosenmüller inszenierte seinen achten Film in fünf Jahren mit Mut zur Übertreibung, einem vielschichtigen Plot und mit theatralisch überhöhten Gesten. Hier gibt’s alles: die große Tragik, die große Heiterkeit, die große Liebe, die große Eifersucht. Das dürfte ganz im Sinne von Emanuel Schikaneder sein, dem Rosenmüller ein charmantes und gewitztes Denkmal setzt.

Der Ton ragt besonders auf Blu-ray Disc heraus: Eine wuchtig dynamische Soundkulisse baut sich in den pompösen Theaterszenen auf – gerade die hinteren Boxen steuern zur räumlich weiten Atmosphäre bei. Auf DVD verliert der Ton an Kraft und klingt insgesamt flacher. Auf BD ist das Bild eine Augenweide mit starken Farben und gut abgestimmten Weiß- und Schwarzwerten. Nur ein leichtes Rauschen und unscharfe Kanten stören. Auf der DVD-Version ist beides verstärkt zu sehen, was insgesamt zu einem matschigeren Bild mit leichter Artefaktbildung führt. Als Extras gibt es eine kleine Auswahl verpatzter Szenen, ein unterhaltsames Interview und ein interessantes Making Of.

Text: Ludwig Kramer / Fotos: Movienet
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: ausgezeichnet
Freigabealter: 6
Studio: Movienet
Laufzeit: 106 Min.
Ab 13.07. im Handel, ca. 14 Euro