Rebellion unmöglich

Eine beschauliche Vorstadt, am Weihnachtsabend: Bananen schmücken den Baum, und für die passende Stimmung wird die Internationale intoniert – ein ganz normales Weihnachten in Nikolajs (Asmund Hoeg) sympathischer Hippiesippe. Seine Familie besteht aus waschechten, ultra-liberalen Blumenkindern. Daher scheitert der jugendliche Möchtegern-Punk in der norwegischen Anarcho-Komödie „Sons Of Norway“ (2012) mit seiner Rebellion beinahe an seinem unorthodoxen 68er-Vater Magnus (Sven Nordin). – Was als amüsante Familiengeschichte beginnt, wird nun auf DVD udn Blu-ray Disc nach und nach zu einer Aneinanderreihung von Absurditäten.


Liebenswerte Charaktere bevölkern den farbenfrohen Film zunächst, die Harmonie und das Glück wirken echt. Doch dann der harsche Bruch: Nikolajs Mutter Lone (Sonja Richter) kommt bei einem Unfall ums Leben. Vater und Sohn geraten aus der Spur, sind orientierungs- und hilflos. Während der Filius Zuflucht in der Musik der Sex Pistols findet, sich Sicherheitsnadeln durch die Wange jagt und Speed schnupft, hüllt Magnus sich in einen Kokon aus Trauer – nur, um schließlich völlig entfesselt und pubertär ein Revival seines anarchischen Selbst zu feiern.

Albern und an den Haaren herbeigezogen mutet das an, Fremdschämen inklusive. Nikolaj hat jedenfalls alle Mühe, sich von seinem Vater abzugrenzen: Die Art und Weise, wie er schließlich versucht, sich zu emanzipieren, ist mehr als bizarr und nur schwer nachvollziehbar.


Der Film will nicht nur zwei Generationen miteinander versöhnen, sondern auch eine Hommage an den Punk sein: Der herrlich schrammelige Soundtrack besteht allerdings hauptsächlich aus den Songs der Sex Pistols – deren Sänger John „Johnny Rotten“ Lydon zufällig ausführender Produzent des Films ist: Dreister kann man sich selbst nicht huldigen.

Passend zur skandinavischen Kälte wirkt die Optik mit den blassen Farben recht kühl. Das Bild der Blu-ray Disc sieht außerordentlich scharf und sauber aus, auf DVD sind gelegentlich leicht verschwommene Kanten sichtbar. Der Surroundsound kommt auf beiden Discs flach und leise aus den Boxen, räumliche Effekte werden kaum eingesetzt. Als Bonus gibt’s kurze Standard-Extras – am amüsantesten ist ein Interview mit Johnny Rotten.

Text: Vera Seeberg / Fotos: Alamode Film
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Freigabealter: 12
Studio: Alamode
Laufzeit: 84 Min.
Im Handel, ca. 14 Euro