Das Kind im Bären

Eins gleich vorneweg: „Ted“ (2012) kennt keine Scheuklappen. Geschrieben und inszeniert hat den Film Seth MacFarlane, der mit „Family Guy“ und „American Dad“ zwei Zeichentrickserien erschaffen hat, deren Humor nicht nur vulgär und wundervoll albern ist, sondern immer auch eine ziemliche Provokation. Allerdings ist MacFarlanes erster Kinofilm nicht ganz so erbarmungslos, nicht ganz so böse, nicht ganz so pampig, wie man sich vielleicht erhofft hatte. Es wird zwar geflucht, gesoffen, gehurt und gekifft, als gäbe es kein Morgen. Aber im Grunde ist die Geschichte eines Mannes und seines pelzigen Kuscheltierfreundes eine Art braver Unfug, der nun auf DVD und Blu-ray Disc zu haben ist.

 

John hatte als Kind nicht wirklich viele Freunde. Eigentlich keinen. Also wünschte er sich einen besten Freund . Und in der Tat: Es geschah ein Weihnachtswunder – und Johns neuer Teddybär erwachte zum Leben. Auch mit 35 sind John (Mark Wahlberg) und Ted noch unzertrennlich. Teddy ist mittlerweile ein alter Schwerenöter mit ausgeprägter Libido und unkontrollierbaren Würgereizen geworden; John arbeitet brav in einer Autovermietung. Sie hängen in ihrer Zweier-WG ab, zocken Playstation, dröhnen sich die Birne zu. Über die Toleranz von Johns Freundin Lori (Mila Kunis) kann man nur staunen. Ihr Freund ist ein ewiges Kind, und das wohnt im Bären. Maximaler Unfug wird zu einer Protestform erhoben – wider der drögen Alltagsroutine einer geordneten bürgerlichen Existenz.

 

Natürlich kann so eine Beziehung nicht auf Dauer funktionieren, auch weil Seth MacFarlane seinen Film als Dekonstruktion romantischer Komödien inszeniert. Es gibt ein Ultimatum („Der Bär oder ich“), es gibt eine Trennung, es gibt wilde Partys und irgendwann eine Einsicht. Alles ist so, wie es in einem ordentlichen Hollywood-Film sein muss. Scheinbar: MacFarlane, der im Motion-Capture-Verfahren höchstpersönlich den animierten Rüpelbären spielte, lässt zwar die bissige Gesellschaftssatire vermissen, macht sich dafür aber über die Mechanismen der Massenunterhaltung lustig.

 

Die scharfen Bilder von DVD und Blu-ray Disc überzeugen mit natürlichen Farben und guten Schärfewerten. Die Detailtreue ist auf BD formatbedingt höher als auf DVD. Der Sound konzentriert sich mit klarer Dialogwiedergabe und dynamischem Soundtrack auf die Frontboxen. In den wenigen rasanteren Szenen kommen auch die Surroundkanäle zu ihrem Recht. Während die DVD keine Extras enthält, bringt die Blu-ray Disc als Bonus eine Filmkopie zum Download, viele zusätzliche Szenen, einen launigen Audiokommentar und durchaus witzige Hintergrunddokus mit.

Text: Andreas Fischer / Fotos: Universal
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: überzeugend
Freigabealter: 16
Studio: Universal
Laufzeit: 101 Min.
Im Handel, ca. 13 Euro