Abschied eines Helden

Statt Batman gibt’s viel Bruce Wayne (Christian Bale): Wie er zweifelt, wie er leidet, wie er sich den Tod herbeisehnt, um von seinen Qualen erlöst zu werden. Er verlottert in seiner Villa und kümmert sich nicht um Gotham City: Obwohl die Mafiosi weggesperrt wurden, gibt es noch immer Kriminalität, Verderben und Korruption. Da kann man ja nur depressiv werden: Mit „The Dark Knight Rises“ (2012) beendet Regisseur Christopher Nolan seine Batman-Trilogie und geht nun auf DVD und Blu-ray Disc stärker als in „Batman Begins“ (2005) und „The Dark Knight“ auf den Menschen hinter dem Superhelden ein.


Im Grunde ist „The Dark Knight Rises“ ein mit Actionszenen angereichertes Melodram in epischen Ausmaßen. Und ein politisches Manifest. Es geht um die Kluft zwischen Arm und Reich, um Wirtschaftsliberalismus und Umweltprobleme. Und um die Folgen: urbanen Terror und den Aufstieg extremistischer Gruppierungen.

Bis Batman das erste Mal auftaucht (insgesamt hat er nur drei Einsätze), fallen viele große Worte über den Sinn des Lebens und die Sehnsucht nach dem Tod. Bevor Wayne wieder ein Held werden kann, muss er sich langsam aus seinem selbstgewählten Exil befreien. Dabei helfen ihm die erfrischend unbekümmerte Catwoman (Anne Hathaway) und der idealistische Jung-Polizist John Blake (Joseph Gordon-Levitt). Auch Miranda Tate (Marion Cotillard) spielt eine wichtige Rolle. Sie ist die erste Frau, die Bruce Wayne etwas bedeutet seit dem Tod seiner Ex-Geliebten Rachel.

Leider hat der Film dabei etwas Besserwisserisches, etwas Aufdringliches, etwas Einengendes und nimmt erst beim spektakulären Showdown Fahrt auf. Bösewicht Bane (Tom Hardy), ein demagogischer Muskelprotz, der viele Sprüche macht und viele Köpfe zerquetscht, hat in Gotham City eine Atombombe deponiert und alle Brücken gesprengt. Die Bürger sind gefangen, die Stadt steht am Abgrund. Nur ein Held kann das nötige Opfer bringen, um sie ein letztes Mal zu retten: 3,3 Millionen Zuschauer sahen dabei in Deutschlands Kinos zu – 500.000 mehr als beim Vorgänger.


DVD und Blu-ray beeindrucken durch bombastischen Sound und großartige Bilder. Die Tonspuren von DVD und Blu-ray Disc sind eine Herausforderung für die Soundanlage. Der selbstbewusste Subwoofer gibt den Ton an, die Surroundboxen steuern präzise Effekte bei, Dialoge und Musik werden harmonisch in das perfekte Klanggerüst eingebettet.

Auch beim Bildtransfer wurde ganze Arbeit geleistet: Schon die DVD besticht mit guter Schärfe und hoher Detailgenauigkeit. Die HD-Optik Blu-ray Disc ist noch eine Spur knackiger – wobei die Kontraste angenehm weit gehalten wurden, sodass die homogene Kinooptik auch im Wohnzimmer zur Geltung kommt. Das Bildformat wechselt übrigens immer mal zwischen Cinemascope- und IMAX-Format.

Vielfältige und interessante Extras gibt’s nur auf der Doppel-BD. DVD-Käufer werden mit einer digitalen Kopie des Films und einem achtminütigen Featurette abgespeist. Wer sich für die Blu-ray Disc entscheidet, bekommt nicht nur mehr als drei Stunden spannende aufbereitete Hintergrundinfos, sondern kann sich mit der „The Dark Knight Rises“-App (für Apple-Geräte) auch Second-Screen-Inhalte auf Smartphone oder Tablet holen.

Text: Andreas Fischer / Fotos: Warner
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Freigabealter: 12
Studio: Warner
Laufzeit: 158 Min.
Ab 30.11. im Handel, ca. 13 Euro