Das Böse erwacht

“Den Originalfilm habe ich angebetet. Er ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme”, sagt der niederländische Regieneuling Matthijs van Heijningen. Das ist zwar schön, man durfte aber skeptisch sein. Zu viele Remakes, Sequels und Prequels wurden in den letzten Jahren von Hollywood gegen den Baum gefahren. Bei “The Thing” (2011) allerdings sind solcherlei Sorgen unbegründet, wie sich jetzt auf DVD und Blu-ray Disc überprüfen lässt.

Dr. Kate Lloyd (Mary Elizabeth Winstead) und Braxton Carter (Joel Edgerton, rechts)
vertrauen einander. Bis zum Schluss?



“The Thing” ist ein bisschen Remake, sicher ein Prequel, vor allem aber eine lobende Reminiszenz an einen Klassiker, die 120.000 Zuschauer in den deutschen Kinos fand. Die Idee fußt auf einer Novelle aus dem Jahr 1938 und wurde 1951 erstmals verfilmt. Populär ist jedoch vor allem die Interpretation des Themas aus dem Jahr 1982, als Regisseur John Carpenter mit Kurt Russell in der Hauptrolle den Klassiker “Das Ding aus einer anderen Welt” schuf.

Damals ging es um eine Gruppe von Wissenschaftlern, die in der Antarktis von einem Alien angegriffen werden. Es kann in den Körper eines jeden Lebewesens schlüpfen und ihn detailgenau kopieren. Die Forscher hatten eine norwegische Station in Augenschein genommen, deren Mitarbeiter ganz offensichtlich durch das “Ding” hingerichtet wurden.

Eben die Geschichte jener Norweger erzählt nun das Prequel “The Thing”. Diesmal ist es eine Frau, die im Mittelpunkt steht. Die Paläontologin Dr. Kate Lloyd (Mary Elizabeth Winstead) wird hinzugerufen, nachdem ihr Kollege Edvard Wollner (Trond Espen Seim) im ewigen Eis eine spektakuläre Entdeckung machte. Eingefroren, offensichtlich seit Jahrhunderten, liegt dort ein außerirdisches Wesen. Doch es schläft nur.

Regisseur Matthijs van Heijningen Jr. am Set mit seiner Hauptdarstellerin: Mary Elizabeth Winstead.


Matthijs van Heijningen bedient sich zweifellos bekannter Stilmittel: Geschickte Kameraführung und bedrohliche Musik gehören dazu. In vielen Sequenzen verneigt sich der Regisseur tief vor dem Original, bis hin zu den Spezialeffekten. Viele Szenen wurden auch diesmal mit Gummimasken und Prothesen gestaltet. Und aus der Tatsache, dass die Zuschauer von Anfang an nicht nur um die Gefährlichkeit und die besondere Fähigkeit des Aliens wissen, sondern auch um das tragische Ende des Forschungsteams, entwickelt sich eine eiskalte, klaustrophobische Angst auf und vor dem Bildschirm.

DVD und Blu-ray Disc beeindrucken mit effektvollem, dynamischem Sound. Dank des geschickten Einsatzes der Surroundboxen und der präzisen Effekte entwickelt sich eine bedrohliche Atmosphäre. Die DTS-Spuren der BD (im englischen Original sogar in HD-Qualität) präsentierten sich dabei etwas satter und basslastiger.

Die weiche, organisch wirkende Optik ist in beiden Varianten von satten Schwarztönen gekennzeichnet. Auf DVD wirkt das Bild etwas zu weich und kontrastarm, die BD bringt die Details besser zur Geltung. Mit einem spannenden Audiokommentar, zwei unterhaltsamen Kurzdokus und zusätzlichen Szenen ist der Bonusteil auf DVD und Blu-ray Disc ordentlich, wenngleich nicht überragend. Die BD bringt zusätzlich interessante Bild-in-Bild-Featurettes sowie einen BD Live-Zugang mit.

Text: Alfred Kunze / Fotos: Universal

Filmbewertung: ausgezeichnet
Freigabealter: 16
Studio: Capelight
Laufzeit: 103 Min.
Im Handel, ca. 18 Euro