Kleiner Mann, was nun?

Ob’s das Heimweh war? Regisseur Peter Jackson kehrt nach Mittelerde zurück und verfilmte die Abenteuer des Hobbits Bilbo Beutlin. Irgendwie kann der Neuseeländer nicht genug bekommen von der fantastischen Fantasiewelt J.R.R. Tolkiens. Dessen Roman „Der Hobbit“ ist, anders als „Der Herr der Ringe“, keine düstere Fantasyfabel von unendlicher Länge. Nein, „Der Hobbit“ ist ein vergleichsweise kurzes, recht freundliches Kinderbuch. Ein Abenteuerbuch über kleine Leute – geschrieben für kleine Menschen. Jackson wälzt die Geschichte trotzdem ins Epische aus. Aus einem geplanten Zweiteiler wurde eine Trilogie: Zum Auftakt kommt nun „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ ins Kino. Natürlich zeitgemäß in 3D und mit ganz neuer Projektionstechnik.


Tolkien hat „Der Hobbit“ 1937 geschrieben – als Zeitvertreib, weil sich der Professor beim Korrigieren von Arbeiten seiner Studenten langweilte. Er erfand Mittelerde, eine fiktive Welt voller Fabelwesen und fantastischer Geschichten, die Tolkien später in „Der Herr der Ringe“ zu einer düsteren Mythologie erweiterte.

60 Jahre, bevor sein Neffe Frodo Mittelerde vor dem Untergang bewahren musste, hatte Bilbo Beutlin (Martin Freeman) seine große Zeit. Als Bewohner des Auenlandes eher überschaubar abenteuerlustig, wird er von Zauberer Gandalf (Ian McKellen) auf eine gefährliche Mission geschickt. Bilbo soll das Königreich der Zwerge vom Joch des Drachen Smaug befreien. Mit Gandalf, Elbenkönig Elrond (Hugo Weaving) und Galadriel (Cate Blanchett) tauchen schon hier Figuren auf, die auch in „Der Herr der Ringe“ wichtige Rollen spielen – und dem Kinopublikum bestens bekannt sind.


Glaubt man dem Trailer, wird „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ ein ähnlich bombastisches Großereignis wie „Der Herr der Ringe“. Technisch will Peter Jackson das Kino jedenfalls auf eine neue Evolutionsstufe heben: Als erster Film wird „Der Hobbit“ mit einer Bildrate von 48 statt 24 Bildern pro Sekunde (in ausgewählten Kinos) gezeigt. Doch obwohl das sogenannte High-Frame-Rate-Verfahren (HFR) ein ruckelfreies 3D-Erlebnis bieten soll, wurde bei Testvorführungen der „Seifenoper“-Charakter moniert. Die Bilder sind zwar gestochen scharf, aber auch hyper-realistisch: Der Film habe nicht die gewohnte Kinooptik, sondern wirke wie eine TV-Produktion.

Ob der Auftakt der „Hobbit“-Trilogie die hohen Erwartungen erfüllen kann, muss sich noch herausstellen. Der Presse wird der Film erst kurz vor Kinostart gezeigt. Der Starttermin für den zweiten Film, „The Hobbit: The Desolation of Smaug“ ist derweil bereits für den 12. Dezember 2013 vorgesehen. Am 17. Juli 2014 soll dann „Der Hobbit: Hin und zurück“ ins Kino kommen.

Text: Andreas Fischer /
Fotos: 2012 Warner Bros. Ent. / Metro Goldwyn Meyer / James Fisher
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: keine Wertung
Originaltitel: The Hobbit: An Unexpected Journey
Genre: Fantasy
Freigabealter: 12
Verleih: Warner
Laufzeit: 166 Min.