Gregs wunderbare Welt

Der Videospiel-Programmierer Jeff Kinney scheint sich auszukennen mit den Nöten kleiner Jungs: Seine Comic-Romane verkaufen sich jedenfalls bestens. Weit über 50 Millionen Exemplare seiner Bücher gingen bisher weltweit über den Ladentisch, und auch in Deutschland erscheint „Gregs Tagebuch“ in Millionen-Auflage. Kinneys Erfolgsrezept: Bücher für Kinder und Erwachsene zu schreiben, in denen sich alle wiederfinden können. Die Jüngeren identifizieren sich mit Kinneys Antihelden Greg und seinen Problemen, und die Erwachsenen erinnern sich voller Nostalgie an die eigene Jugend.


Endlich Sommer! Das Schuljahr ist so gut wie vorbei. Und jetzt: drei Monate Sommerferien. Der 13-jährige Greg Heffley (Zachary Gordon) ist kein Freund von überfüllten Freibädern – erst recht nicht, weil der kleine Bruder ständig ins Wasser pinkelt und sich dort Typen mit Nackenbehaarung tümmeln. Nein, seine Vorstellung vom perfekten Sommerglück manifestiert sich als endloses Videospiel. Doch Gregs altmodischer und leicht überforderter Vater (Steve Zahn) macht ihm einen Strich durch die Rechnung: Wer ein richtiger Junge sein will, der geht fischen oder zu den Pfadfindern! Und er übernimmt Verantwortung, am besten für einen Hund, der fortan die Familie sabbernd bereichert.

Gregs bester Freund, der pummelige Außenseiter Rupert (Robert Capron), sorgt da glücklicherweise für Ablenkung: Er lädt Greg in den schicken Country Club ein. Dort gibt auch Holly Hills (Peyton List) Tennis-Unterricht, in die Greg schon lange verknallt ist. Endlich scheinen sich die Sommerferien nach Gregs schönsten Vorstellungen zu entwickeln. Doch dann pfuscht ihm sein großer Bruder Rodrick (Devon Bostick) dazwischen, der ein Auge auf Hollys große Schwester geworfen hat. Und mit den beschaulichen Sommerferien scheint es vorbei …


Auch in der dritten Verfilmung von Gregs Memoiren ist dieser durchschnittliche, pubertäre Junge ganz der Alte: ein netter, im Grunde harmloser Kerl, der sich in seinem überschaubaren Alltag mit jenen Problemen konfrontiert sieht, wie sie alle Kids seines Alters erleben: Konflikte mit den verständnislosen Eltern, Herzflimmern und dabei immer schön cool bleiben. „Gregs Tagebuch – Ich war’s nicht“ ist ein sympathischer, überspitzter Sommerferien-Spaß für die ganze Familie.

Immer wieder wird das gefilmte Geschehen – wie ja auch die literarische Vorlage – mit Kinneys liebevoll gekritzelten Bildpassagen in Schwarz-weiß illustriert, Greg selbst kommentiert. Sehr gelungen ist der Soundtrack, der den Szenen zwischen Slapstick und Teenie-Tragik humorvoll Nachdruck verleiht. Wenn diesem dritten „Greg“-Film nur halb so viel Aufmerksamkeit zuteil wird wie Kinneys literarischer Vorlage, dann dürften die Kinokassen jedenfalls klingeln.

Text: Heidi Reutter / Fotos: 2012 Twentieth Century Fox
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: überzeugend
Originaltitel: Diary of a Wimpy Kid 3 – Dog Days
Genre: Komödie
Freigabealter: 0
Verleih: Fox
Laufzeit: 94 Min.