Bei Anruf Schicksal

Sind wir alle Teil eines großen Ganzen? Eines Plans, den wir nur erkennen müssen? Liegt das Glück vielleicht ganz nah – nur einen Schreibtisch entfernt? Welche Träume müssen wir vielleicht opfern, um unser Schicksal zu erfüllen? Die Tragikomödie „Jeff, der noch zu Hause lebt“ (2012, auf DVD erhältlich) gibt auf diese Fragen keine neuen, sondern eher unspektakuläre Antworten.


Jeff (Jason Segel) ist kein Loser. Er ist vielleicht ein naiver Romantiker. Und ja: Der 30-Jährige ist ein arbeitsloser Kiffer, der sich im Wohnzimmerkeller von Hotel Mama verschanzt. Aber ihm fehlt nicht etwa der Antrieb. Nein, Jeff wartet nur – auf ein Zeichen des Universums. Eines Universums, in dem alles mit allem zusammenhängt. Als ein falsch verbundener Anrufer ihn wüst am Telefon beschimpft, ist sich Jeff sicher: Es muss sein Schicksal sein, diesem Zeichen nachzugehen.

Die Brüder Jay und Mark Duplass („Cyrus“, Baghead„), die für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichneten, vermitteln ihre kleinen Lebensweisheiten mit herrlich komischen Szenen in einem kleinen, leisen Film, bei dem es sich lohnt, auf die Zwischentöne zu achten. Geschickt verknüpfen sie die Geschichten ihrer drei Protagonisten miteinander und erzählen: Von Jeff, der über seine eigene Naivität und Gutmütigkeit stolpert. Von seinem Bruder Pat (Ed Helms, “Hangover”), der seine ohnehin von Problemen geplagte Ehe mit dem Kauf eines Porsches auf Pump an den Rand des Abgrunds bringt. Und von ihrer Mutter Sharon (Susan Sarandon), deren grauer Alltag durch einen geheimen Büroverehrer durcheinandergewirbelt wird.


Ihre Wege kreuzen sich – Zufall oder Schicksal? – im Laufe eines Tages. Ihren dramatischen Höhepunkt findet die Familienzusammenführung in einem Stau, der das Leben der Mutter und ihrer beiden Söhne für immer verändert. Oder besser: ihre Perspektiven ein Stück weit verschiebt.

Leider ohne Extras, ist die DVD zumindest technisch ordentlich: Da Bild ist scharf und kontrastreich, überzeugt mit Detailtreue und satten Farben. Der Sound besticht durch eine gute Mischung aus Dialog, Musik und dezenten Surroundeffekten, die sparsam, aber effizient eingesetzt werden.

Text: Niels Tenhagen / Fotos: Paramount / Hilary Bronwyn Gay
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: überzeugend
Freigabealter: 6
Studio: Paramount
Laufzeit: 80 Min.
Im Handel, ca. 18 Euro