Wenn Hippokrates Pause macht

Subtil deutet sich an, welche beängstigenden Motive den Assistenzarzt Dr. Martin Blake (Orlando Bloom) umtreiben: Der Außenseiter sucht krampfhaft nach Respekt und Akzeptanz im Beruf, wird aber kaum wahrgenommen – bis er in seiner jungen Patientin Diane (Riley Keough) das geeignete Mittel findet, um sich endlich Anerkennung zu verschaffen.

Um sich Respekt zu verschaffen, ist Dr. Blake (Orlando Bloom) jedes Mittel recht.


Ein perfide ausgetüfteltes Spiel aus Betrug, scheinbaren diagnostischen Triumphen und emotionalen Abhängigkeiten beginnt: Blake sorgt dafür, dass Diane nicht gesundet, um sein Ansehen zu mehren. „The Good Doctor – Tödliche Behandlung“ (2011) führt in leisen Tönen die Abgründe eines Menschen vor, dem diejenigen, die von ihm abhängig sind, aufgrund seines weißen Kittels normalerweise blind vertrauen. Der gekonnt inszenierte Thriller erscheint als DVD- und Blu-ray-Premiere.

So zurückgenommen wie Orlando Blooms Spiel ist auch die Atmosphäre des Films: Gedeckte Grau-, Blau- und Weißtöne dominieren das stark körnige Bild auf DVD und Blu-ray Disc. Während die BD eine gute Farbsättigung aufweist, wirkt die DVD stellenweise zu grell. Der Kontrast ist auf beiden Discs stimmig, insgesamt mutet die Optik aufgrund der Körnung jedoch zu unruhig an. Dem Sound bieten sich nur wenige Möglichkeiten zur Entfaltung, doch auch diese verstreichen ungenutzt: Selbst in Szenen, die auf belebten Krankenhausfluren spielen, will sich keine Surroundatmosphäre einstellen. Der Bonusteil ist enttäuschend: Es gibt lediglich ein kurzes, uninteressantes Making Of.

Diane (Riley Keough) vertraut Dr. Martin Blake (Orlando Bloom) blind.


Text: Christina Freko / Fotos: Koch Media
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: ausgezeichnet
Freigabealter: 16
Studio: Koch Media
Laufzeit: 96 Min.
Im Handel, ca. 13 Euro