Ein Traumduo am Werk:  Gar nicht so einfach, aus einer starken Filmstartwoche den persönlichen Favoriten herauszufiltern. Aber gegen Elmar Wepper und seine kongeniale kleine Partnerin, die sechsjährige Berlinerin Mercan Türkoglu, hatte weder Juliette Binoche eine Chance, die mit „Die Liebesfälscher“ ins Kino kommt – da wird mir zuviel gequasselt – noch Paddy Considines Regiedebüt „Tyrannosaur“, eine glänzend gespielte, aber schwer verdauliche Milieustudie.


Dreiviertelmond also. Da spielt der Wepper einen grantelnden Taxifahrer in Nürnberg, dem nach dreißig Ehejahren die Frau wegläuft und der nun sein Leben ganz allein in den Griff kriegen muss. Dabei ist es wenig hilfreich, dass da plötzlich ein Taxigast nicht mehr aussteigen will, noch dazu, wenn es sich um ein kleines Mädchen handelt, das offensichtlich kein Deutsch spricht. Wie sich der alte Nörgler einen Ruck nach dem anderen gibt, um der Kleinen in ihrer schwierigen Lage zu helfen, wie er dabei sich auch selbst näher kommt wie wohl schon lange nicht mehr in seinem eigenbrötlerischen Leben, das ist sehr berührend, und mit Humor und Feingefühl inszeniert. Tolles Debüt von Mercan Türkoglu!
 
gegi

 

Dreiviertelmond
Deutschland 2011
Regie: Christian Zübert

Mit: Elmar Wepper, Mercan Türkoglu,

Ivan Anderson, Özay Fecht

Verleih: Majestic

läuft seit: 13.10.