Es ist Pop. Es pulsiert. Es ist melodisch. Es hat einen Beat wie eine bei Nacht gefilmte Straßenkreuzung im Zeitraffer. Es ist das neue Album von Zoot Woman.

Dass die 1995 gegründete Briten-Combo den großen Durchbruch noch nicht geschafft hat, verwundert. Jedes ihrer Alben transportiert einen dicht gewebten Soundteppich, bestickt mit feinem, zarten und doch selbstsicheren Gesang. Auch die vor Kurzem veröffentlichte vierte Platte „Star Climbing“ reiht sich da nahtlos ein.

Das Besondere am Sound von Zoot Woman ist, dass er klingt wie handgemacht. Obwohl sich das Genre Synthie-Pop schimpft – was irgendwie nach Musik auf Knopfdruck klingt –, hat man bei dem Quartett von der Insel immer das Gefühl, die Musik zu verstehen, nachvollziehen zu können. Sie wirkt arrangiert in einem positiven Sinn: Jeder Klang hat seinen festen Platz, lebt deutlich von seinen Nachbarn getrennt in der großen Sound-Siedlung. Klingt fast ein wenig spießig, gestrig. Ist es. Auch deswegen, weil die Gruppe deutliche 80er-Reminiszenzen in ihre Stücke einbaut. Wer zum ersten Mal Zoot Woman hört, kann tatsächlich denken, 30 Jahre alte Mucke auf den Ohren zu haben, die damals aber nicht beliebt genug war, um heute noch im Radio gespielt zu werden.

Der ganz große Erfolg blieb der Kombo bislang verwehrt. Umso besser für die, die gerne Musik hören, die man Freunden als Geheimtipp vorstellen kann.

Text: Felix Holm

 

 

Zoot-Woman
Zoot Woman
Star Climbing
Embassy One