Popmusiker Johannes Oerding tourt gerade durch Deutschland, um sein neues Album „Alles brennt“ vorzustellen. Die Platte ist direkt auf Platz drei der deutschen Charts eingestiegen. Am 21. April spielt er um 20 Uhr im Freiburger Jazzhaus. Mit cultur.zeit-Autorin Sophie Radix sprach der 33-Jährige über seine Vorfreude auf Freiburger Kneipen, rasante Fahrten durch die Wüste und aufdringliche, weibliche Fans.

Johannes Oerding: „Freiburg ist eine tierisch geile Stadt.“ Das Konzert steigt am 21. April im Jazzhaus.

 

cultur.zeit: Auf dem neuen Album „Alles brennt“ sind viele ernste Lieder zu hören. Warum?
Oerding: Es ist kein Karnevalsalbum, das stimmt. Es gibt ernste Songs, aber auch was zum Schmunzeln. Die Waage hält sich gut. Ein Mensch soll nachdenken können auf meinen Konzerten. Er soll lachen können, mitmachen, Gänsehaut kriegen, weil er sich in einem Song wiederfindet. Ich versuche immer, alle Gefühle und Facetten zu zeigen. Aber alles ist ernst gemeint.

 

cultur.zeit: Der Titel „Nie wieder Alkohol“ auch?
Oerding: Ja, auf jeden Fall (lacht). Nein, das ist der einzige Song, in dem ich gelogen habe. Das habe ich nicht geschafft. Aber es ist schon eine wahre Begebenheit, wenn man mal eine durchzechte Nacht erlebt hat und danach denkt, man wolle nie mehr trinken. Das kenne nicht nur ich, aber mir ist es schon oft passiert.

 

cultur.zeit: Woher kam die Inspiration für „Alles brennt“?
Oerding: Die kam überall her. Ich versuche zuerst, in mich reinzuhören, was mich denn beschäftigt. Als Musiker muss man mit offenen Ohren und Augen durch die Welt laufen. Um mich herum erzählen Leute von ihren Gefühlen, und wenn ich diese auch kenne, kann mich das inspirieren. Ich gehe oft auf Konzerte von anderen Musikern und werde von ihnen inspiriert.

 

cultur.zeit: Wo haben Sie das Musikvideo zur Single von „Alles brennt“ gedreht?
Oerding: Hauptsächlich in der Wüste von Nevada. Das war echt ein Abenteuer. Ich war zwar nur zwei, drei Tage da, aber wir haben so viel erlebt: Wir sind in der Wüste mit Hubschraubern geflogen, auf einen Berg gestiegen, sind mit einer Karre durch die Wüste geheizt und haben noch abends im Casino in Las Vegas gesessen.

 

cultur.zeit: Was ist am besten am Musikerberuf?
Oerding: Live spielen ist das Geilste. Auf Tour sein, mit meinen Jungs, meinem Team, frei sein, Städte zu sehen, Menschen zu treffen, feiern … Und sich belohnen zu lassen abends mit einem Konzert und Applaus – das ist die Essenz eines Musikers, das ist das Allerschönste.

 

cultur.zeit: Wie kommen Sie damit klar, in der Öffentlichkeit zu stehen?
Oerding: Ich weiß, dass Schlagzeilen dazugehören. Gerade in meinem besonderen Fall, weil ich mit einer prominenten Frau (Ina Müller, d. Redaktion) seit sechs Jahren zusammen bin. Das liegt natürlich nahe, dass es dann auch viel Gerede in der Boulevardpresse gibt. Natürlich liest man auch Schlagzeilen, die man nicht so mag. Aber wenn man viele Menschen erreichen will als Künstler, steht man in der Öffentlichkeit. Man freut sich auch, wenn man wahrgenommen wird und was Schönes über sich liest.

 

cultur.zeit: Wie wimmeln Sie aufdringliche weibliche Fans ab?
Oerding: Gar nicht, die lasse ich alle an mich ran (lacht). Nein, ich habe ganz höfliche, gut erzogene Fans. Ich werde nicht belagert oder belästigt, das ist toll. Man hat das immer selbst in der Hand, wie Menschen einem begegnen und wie man selbst Menschen begegnet.

 

cultur.zeit: Worauf freuen Sie sich in Freiburg?
Oerding: Wir haben schon zweimal in Freiburg gespielt. Das war immer das kleinste Konzert auf der Tour und sehr intim und schön. Ich liebe Freiburg, eine tierisch geile Stadt. Tolles Wetter habt ihr auch meistens. Ich habe meine Abifahrt dahin gemacht und weiß auch noch, in welche Kneipen ich gehen muss, in den Schlappen und so. Ich freue mich auf das Konzert und ich weiß, dass die Freiburger kommen werden.

 

Text: Sophie Radix / Foto: KOKO & DTK ENTERTAINMENT