Prinz Pi ist zurück. Das Intro von „Nichts war umsonst“ knistert melancholisch, Geigen tragen die Stimme des Berliner Rappers in einen neuen Tag: lauter Wecker, schlechte News in der Zeitung, grauer Alltag. Doch Prinz Pi rappt vom Sandstrand und schon fühlt man sich wie auf Gran Canaria – im Novemberregen.

 

Es folgt ein Liebeslied, nicht das Einzige: In „Original“, „Liebe des Lebens“ und „Vielleicht“ beweist Friedrich Kautz, warum ihn viele Frauen feiern. Doch die Platte kann mehr, der Prinz gibt viel Persönliches preis. Beispielsweise in „Meine Welt“. Er rappt von seinen Kindern, den Hatern, Kreuzberg, weggezogenen und gestorbenen Freunden.

 

 

„Zahlen zählen nicht“ ist eine Ode an Hoffnung und Optimismus. Trotz „Trump-Sieg, Finanz-Krieg, Klimakatastrophe“. Gerade darin unterscheidet sich Prinz Pi von anderen schwarzmalenden Depri-Rappern. Doch vier Liebeslieder und ein Mark-Forster-­Feature sind zu viel.

 

Das Album überzeugt dennoch: Die Tracks schaffen Bilder, wecken Erinnerungen. In „Für Immer“ geht es um die Loyalität. Und darum, immer alles zu geben. „Was ist von unseren Träumen übrig geblieben? 100 Prozent wir haben nicht übertrieben“, singt er. 100 Prozent stecken auch im „Nichts war umsonst“. Ein paar davon sind Pop.

 

Text: Anton Moser