Was tun gegen Verstopfung beim Himalaja-Trekking? Wie eine Busfahrt mit einem durchgeknallten Fahrer über den Rohtang-Pass überleben? Und wie nach einer monatelangen Reise kreuz und quer durch Katmandu, Nepal und Indien wieder das graue Frankfurt ertragen?

Der 1981 in Hamburg geborene Grafiker Philip Cassirer hat aus seinen Asien-Erlebnissen einen opulenten Comic gemacht, eine Art gezeichnete Backpacker-Reportage: Da gibt es chaotische Straßenszenen und gigantische Landschaftspanoramen, die den konventionellen Panel–Stil sprengen, da erzählen wimmelige Detailbilder von skurrilen Begegnungen und exotischen Orten. Zwar ist sein Comic-Tagebuch vor allem Anekdotensammlung und hat kaum Spannungsbogen oder ausgefeilte Charaktere, dafür gibt‘s aber jede Menge Situationskomik und Déjà vu: Denn welcher Traveller kennt sie nicht, die windigen Gesellen, die einem überall auf der Welt das Ohr abquatschen und am Ende immer was verkaufen wollen? Die unverhofften Entdeckungen am Ende eines strapazenreichen Weges? Die verschlungene Suche nach Transportmitteln und billigen Unterkünften? Fernwehlektüre in Technicolor für Comicfreaks und Weltenbummler. Ein interessantes Debüt, dem es allerdings noch an Dramaturgie und Tiefgang fehlt.

Was kostet ein Yak?
Text: Marion Klötzer

Philip Cassirer
Was kostet ein Yak?
64 Seiten, gebunden
Carlsen, 2013
14,90 Euro