Futuristisch und retro:  Bekannt ist er vor allem als DJ und Produzent der Rap-Kombo Blumentopf, die seit mehr als 20 Jahren wohl jede mittelgroße Konzerthalle des Landes ausverkauft hat. Doch mit seinem zweiten Solo-Album nach dem 2008 erschienenen „Red Handed“ vollführt Sepalot nun den Sprung zum eigenständigen Künstler. „Chasing Clouds“ ist ein Sammelsurium der Töne und Effekte.

Komplett gebürstet auf Understatement entwarf der Münchner 18 Soundjuwelen auf seinem Rechner, den er während des Produktionsprozesses gut malträtiert haben muss. Aus allen Ecken und Enden des Musikspektrums werden Soundschnipsel zu einem Puzzle zusammengefügt, das am Ende ein richtig schönes Bild ergibt. Songwriting durch Sampling nennt sich das, was Sepalot hier vollzieht. Größtenteils auf instrumental-elektronischer Ebene findet das Ganze statt und klingt nach futuristischem Retro-Sound. Die ausgesuchten Gäste wie Fashawn, Ono oder Ladi6 sind gut gewählt, auf den verschachtelten Soundteppichen von Sepalot drängen sie sich nicht in den Vordergrund und lockern das Ganze aber auf. Heimlicher Favorit auf einer Platte, die vor allem als Gesamtes funktioniert, ist die Nummer „Rollercoaster“ mit Heinz Gable am Mikrofon. Das Leben sei wie eine Achterbahn, singt der auf einem melodisch verträumten Klangteppich, der am Ende in eine Synthieabfahrt ausbricht. Und gleich noch mal.

 

Daniel Weber

 

Sepalot

Chasing Clouds

Eskapaden Musik