Alle paar Jahre taucht aus dem scheinbaren Nichts mal wieder eine so künstlerische, kreative Musikerin auf, dass es der Szene wohlige Schauer über den Rücken jagt. „MarieMarie“ ist so eine. Sie hat mit „Dream Machine“ jetzt ihr Debütalbum veröffentlicht. Der rote Feuerkopf aus München liefert darauf Kompositionen, die auf der einen Seite gar nicht so weit weg vom Mainstream liegen, auf der anderen aber trotzdem so neuartig sind, dass sie nicht in ein vorgefertigtes Raster passen.

 

Das Zusammenspiel zwischen analogen Instrumenten wie der Harfe mit digitalen Synthesizer-Sounds und treibenden Discobeats bildet die perfekte Grundlage für ihre eindringliche Stimme. Folktronic-Pop ist eine treffende Beschreibung, sie verbindet geschickt die warmen Folkklänge mit kühlen Electrosounds und mischt eine gute Prise Pop dazu.

 

Aus einem, pardon, fantastischen Album Songs hervorzuheben, verbietet sich eigentlich, aber „20 Steps“ ist der Hammer. Der Song entwickelt sich von einer zarten Gefühlsregung zu einem treibenden Beben, geradezu zerbrechlich flüstert sie uns „20 Steps“ ins Ohr, um sich dann schleichend kräftigen Discobeats hinzugeben.

 

Der Deluxe-Version liegt noch das Album „The Engine“ bei. Darauf sind einige Songs von „Dream Machine“ in einer Art Unplugged-Version zu hören. Die ehrliche Intimität dieser Interpretationen geht unter die Haut und lässt einen so schnell nicht wieder los.

 

Cover-MarieMarie

 

 

MarieMarie

Dream Machine

Elektrola

 

Text: Marc Bargmann