Die gemordete Rosenkönigin

Ein Mädchen, das gerade zur Rosenkönigin eines Dorfes im Hotzenwald gekrönt wurde, wartet an einer dunklen Waldeslichtung auf ihren Rosenprinz, der sie aus der Enge des Dorfes entführen und damit vor den Nachstellungen diverser Aufdringlinge erretten soll. Ob es dazu kommt, erfährt der Leser zwar zunächst nicht – es ist bereits im Prolog zu ahnen, dass der romantische Plan wohl nicht mehr in die Tat umgesetzt werden kann.

Gewissheit über das Schicksal der Schönen erlangt man freilich erst in den letzten Kapiteln des gut 330 Seiten starken Romans des Kölner Journalisten Jörg Henn, der unter seinem Geburtsnamen Jörg Böhm seinen ersten Krimi veröffentlicht hat. Da sind dann bereits 15 Jahre ins Land gegangen, in denen die Dorfbewohner zwar unterschiedliche Überlegungen zum Verbleib der Verschwundenen angestellt, sie jedoch kaum offen geäußert haben.

Erst als eine inzwischen zur Kriminalbeamtin avancierte Jugendfreundin zu forschen beginnt, setzen sich die Vermutungen nach und nach zu einem mörderischen Mosaik zusammen, ohne dass ein Täter greifbar wird. Das geschieht erst zwei Morde später und unter akuter Lebensgefahr für die Kommissarin.

Die Geschichte erinnert an manchen Stellen an andere im Schwarzwald angesiedelte Regionalkrimis, hat aber einen ganz eigenen Charakter.

Cover: Und nie sollst du vergessen seinText: Erika Weisser

Jörg Böhm
Und nie sollst du vergessen sein
350 Seiten, Taschenbuch
G. Braun Buchverlag, 2013
12,95 Euro