Coldplay? U2? 30 Seconds to Mars? Nein. TOS. Pur. Die Ravensburger, vor neun Jahren gegründet, präsentieren mit Home ihr fünftes Album, darauf gibt es handgemachten Rock, verspielte Stromgitarrensoli, starke Stimmen, kantige Riffs – und das alles eingebettet in melodiös fein verwobenen Klangteppichen. Die Scheibe kann man, ja muss man sich gleich mehrfach um die Ohren hauen.

Landstraßenmusik auf dem Weg an den Atlantik, beide Fenster runtergelassen, „I’m on a mission, face to face, take me higher than the sky, make me feel like I’m alive“ lautstark mitgeträllert, herrlich. Die Texte schreibt Christian Brauchle und das hat einen guten Grund: Er kann es.

Die Alternativerocker zelebrieren dazu mal schwelgerisch, mal kurz und knackig dreizehn Stücke, die mit viel Gefühl arrangiert sind, aber nur Kurzausflüge ins Elegische unternehmen – manch einer könnte sich auch an die späten Marillion erinnert fühlen. Die Typen brauchen sich hinter Coldplay, U2 und Co. aber überhaupt nicht zu verstecken, das erste Stück „Home“ zieht einen nach ein paar Sekunden schon mitten rein und lässt einen dann nach dem letzten „Free World“ wieder auf Start drücken.

TOS haben reichlich Bühnenerfahrung, mehr als 300 Konzerte (unter anderem mit Bands wie Queens of the Stone Age, Pearl Jam, Placebo, Silbermond oder Razorlight) hat die Combo in den Beinen, Southside, Rock am Ring, Hurricane, Highfield, Melt – alles schon gespielt. Zu Recht.

Text: Lars Bargmann

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