Eintagsfliege. Das dachte sich wohl so mancher Zuschauer, der Lena Gercke 2006 die erste Staffel von „Germany’s next Topmodel“ gewinnen sah. Doch seitdem ging es für die 24-Jährige beständig nach oben. Sie zierte Cover, zog Werbeverträge an Land und moderierte vier Jahre lang den Ableger „Austria’s next Topmodel“. Einen weiteren Schub erfährt die Karriere der Verlobten von Nationalkicker Sami Khedira (die beiden wohnen etwas außerhalb von Madrid) mit ihrer Co-Moderation zweier Sonderausgaben des ProSieben-Magazins „red!“. Anlässlich der Oscar-Verleihung am Sonntag, 24. Februar, ab 19.05 Uhr, wird die Schöne an der Seite von den „alten Hasen“ Annemarie Warnkross und Steven Gätjen den „Oscar-Countdown“ und den „Oscar-WarmUp“ präsentieren. Quasi eine Feuerprobe: Ab April übernimmt Gercke die „red!“ Moderation im losen Wechsel mit Annemarie Warnkross. Teresa Groß hat mit ihr gesprochen.


chilli: Schon bald werden Sie am glamourösesten roten Teppich der Welt stehen. Schon aufgeregt?
Lena Gercke: Ja, klar. Das ist das vielleicht größte Event, das es gibt. Die ganze Welt freut sich auf die Oscars, und ich bin sehr froh, dabei sein zu dürfen.


chilli: Haben Sie gezögert, als ProSieben mit der Oscar-Co-Moderation an Sie herantrat?
Gercke: Nein, das war eine Impulsentscheidung. Für mich war das gar keine Frage, dass ich dabei sein möchte. So eine Chance wird einem ja nicht jeden Tag angeboten. Natürlich ist das für mich auch „learning by doing“, weil ich nicht so ein alter Hase bin wie Steven und Annemarie, die das beide schon jahrelang machen. Im deutschen Fernsehen ist das meine erste Sendung und für mich als Neuling auch ein Sprung ins kalte Wasser. Aber ich geh’ das ganz entspannt an und lasse mich nicht verrückt machen.


chilli: Wie sieht Ihre Vorbereitung aus?
Gercke: Bei ProSieben in München bekam ich eine Einführung, wie alles abläuft, was es zu beachten gibt und welche Vorgaben erfüllt werden sollen. Dazu werde ich natürlich selbst so viele Infos wie möglich rund um die Oscars sammeln. Von Steven und Annemarie kann ich mir sicher auch etwas abschauen. Die beiden sind echte Profis, und ich habe großen Respekt vor dem, was sie machen. Aber ich möchte auch versuchen, meinen eigenen Stil zu finden.


chilli: Haben Sie schon Insider-Tipps von Ihren neuen Kollegen bekommen?
Gercke: Dazu hatten wir noch nicht die Gelegenheit, aber das kommt spätestens in Los Angeles. Wir werden ja schon eine Woche vor den Oscars vor Ort sein, zusätzliche Beiträge drehen und die Möglichkeit haben, uns auszutauschen.


chilli: Könnten Sie sich vorstellen, dass das Moderieren das Modeln demnächst ganz ablöst?
Gercke: Nein, vorerst nicht. Ich möchte in Sachen Moderation auf jeden Fall noch mehr dazulernen und mich weiterentwickeln, aber das Modeln bleibt mein Hauptjob.


chilli: Hilft Ihnen die Erfahrung als Model beim Moderieren?
Gercke: Ich denke schon. Als Model muss man – wie beim Moderieren auch – flexibel und spontan sein, auf unerwartete Situationen reagieren können und häufig mit neuen Menschen zusammenarbeiten.



chilli: Bei den Oscars werden Sie auf viel Weltprominenz treffen, außerdem moderieren Sie zum ersten Mal eine Live-Sendung. Ist Lampenfieber für Sie ein Thema?
Gercke: Jein. Einerseits ist es eine große Sache, weshalb ich froh bin, mit Annemarie und Steven zwei solche Profis an meiner Seite zu haben. Andererseits bin ich niemand, der zu extremer Nervosität neigt. Ich werde es so machen, wie immer vor großen Schauen oder Terminen: Ich sage mir, dass die anderen Leute auch alle nur mit Wasser kochen und sie es gar nicht schlimm sondern manchmal sogar gut finden, wenn man mal einen Fehler macht. Man muss nicht immer perfekt sein, es ist wichtiger, authentisch zu sein. Darauf kommt es doch an.


chilli: Was wäre denn die schlimmste Panne, die Ihnen bei der Oscar-Moderation passieren könnte?
Gercke: Richtig unangenehm könnte es werden, wenn ich einen totalen Blackout bekommen würde und mir keine einzige Frage mehr einfällt. Aber auch das ist einfach nur menschlich. Einer jungen Journalistin ist das einmal bei einem persönlichen Interview mit mir passiert. Die Arme vergaß ihr ganzes Konzept, ihr fiel rein gar nichts mehr ein. Ich fand’s sympathisch.


chilli: Haben Sie ein bestimmtes Beauty-Ritual, das Sie vor wichtigen Terminen wie dem Oscar absolvieren?
Gercke: Ehrlich gesagt ist es mir bei der Oscar-Moderation wichtiger, einen guten Job zu machen als gut auszusehen. Das ist sonst mein Job, aber diesmal möchte ich mich auf die Sendung konzentrieren, auf die Inhalte und das, was für den Zuschauer interessant ist. Um mich geht es dabei weniger, und das möchte ich auch so transportieren.


chilli: Dürfen Sie sich Ihr Outfit selbst aussuchen?
Gercke: Ja! Klar! Da bin ich auch ganz eigen. Für diesen Job ziehe ich nur das an, worin ich mich auch wohlfühle und lasse mich in nichts reinzwängen. Als Model ist das natürlich anders. Da geht es darum, die Sachen zu präsentieren, die jemand sehen möchte – unabhängig davon, ob mir das nun zusagt oder nicht.



chilli: Haben Sie einen heißen Tipp, welcher Film, welcher Schauspieler oder welche Schauspielerin einen Oscar ergattern könnte?
Gercke: Auf Christoph Waltz freue ich mich besonders und drücke ihm fest die Daumen, dass er es schafft. Ich bin aber auch ein großer Denzel Washington-Fan, habe „Flight“ kürzlich in New York gesehen und war begeistert. Er ist nicht nur ein interessanter Charakter, sondern auch ein toller Schauspieler. Ich kenne nicht einen Film mit ihm, der schlecht ist.


chilli: Nicht wenige Schauspieler waren vor ihrer Karriere Models. Könnten Sie sich vorstellen, die Branche zu wechseln?
Gercke: Ich habe größten Respekt vor Schauspielern. Das ist ein harter Beruf, der einem in die Wiege gelegt sein muss. Sich in jemanden so reinzuversetzen, dass man fremde Emotionen wiedergeben kann als wären es die eigenen … Ich weiß nicht, ob ich das könnte.


chilli: Eine gewisse Schnittmenge haben das Modeln und die Schauspielerei ja schon.
Gercke: Richtig, aber wenn ich als Model „schauspielere“, zum Beispiel bei Werbespots, ist das eine ganz andere Ebene. Der große Unterschied ist, dass man beim Modeln in der Regel nicht spricht. Das ist noch mal was ganz anderes.


chilli: Ein paar Tage nach dem Oscar startet die neue „Germany’s next Topmodel“-Staffel. Verfolgen Sie die Sendung noch?
Gercke: Generell bin ich nicht der große Fernsehschauer, weil ich einfach nicht dazu komme. Deshalb habe ich die Show jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr wirklich verfolgt. Die Leute um mich herum wissen meist besser Bescheid als ich. Ehrlich gesagt, komme ich auch mit den einzelnen Sendungen durcheinander. Es gibt ja inzwischen so viele davon.


Fotos: ProSieben / Benedikt Müller
Quelle: teleschau – der mediendienst