Wer Carla Dörrs Buch über ihren Freiwilligendienst in einer buddhistischen Selbstversorger-Community im Osten Thailands flüchtig durchblättert, wird an einem befremdlichen Foto hängen bleiben: Es zeigt eine zwar flauschige, jedoch grellbunte Kükenschar. Auf einem Markt bei Prasat Phanom Rung, ist dem Bildtext zu entnehmen, hat sie die giftgrünen, schrillpinken und gelben Tierchen entdeckt.

 

Prasat Phanom Rung ist eine alte Tempelstätte; sie gilt als eine der schönsten in ganz Thailand. Gemeinsam mit Freunden reiste die damals 19-Jährige dorthin, um dem „auf Dauer etwas eintönigen Alltag in der Asoke“ zu entfliehen – zumindest für ein paar Tage. Die Freunde reisten weiter, sie nutzte die Zeit bis zur Bus-Rückfahrt in ihre Asoke-Community zum Marktbesuch. Und fotografierte die besagten Küken, „mit einer Mischung aus Staunen und Entsetzen“.

 

An dem Ort, an dem die Freiburgerin nach dem Abi ein Jahr lang als Englischlehrerin und Küchen- und Gartenhilfe lebte, gab es derlei Irritationen nicht: Dort ging es vegan zu. Und spirituell – in Achtsamkeit von Mensch, Natur und Tier. Sie ist dankbar für diese Erfahrungen zwischen Schule und Studium – und ihr Buch eine Anregung für künftige Freiwillige.

 

Text: Erika Weisser

 

 

 

 

 

 

Zwischen Stromausfall und Erleuchtung
von Carla Dörr
Verlag: travediary, 2017
272 Seiten, broschiert
Preis: 16,80 Euro