Ernest Chaussons „Le Roi Arthus“ ist eine Huldigung an Wagner, wie sie inniger kaum sein könnte: Nicht nur die Musik des Komponisten machte sich Chausson zu eigen und passte sie an den Geschmack des französischen Publikums an, auch sein König Arthus weist zahlreiche Parallelen zu Wagners Tristan auf.

 

Arthus’ Ehefrau Genièvre betrügt ihn mit seinem Ritter und engstem Vertrauten Lancelot. Die Affäre wird von Arthus’ eifersüchtigem Neffen Mordred aufgedeckt – die Liebestragödie endet im Tod der beiden Liebenden.

 

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Auch wenn sich die Entsprechungen der Figuren im Tristan ohne Mühe finden lassen, ist Chaussons Oper keine reine Kopie: Die entrückte Liebe Tristans und Isoldes ersetzt er durch eitle Dialoge der Liebenden, Genvière ist kein unschuldiges Pflänzchen, sondern weiß zu verführen.

 

Musikalisch ist Chaussons Werk deutlich üppiger, mit fast impressionistischer Orchestrierung versehen. In seiner ersten und einzigen Oper hat der Komponist bereits seinen eigenen Stil gefunden und mit seinem Kampf gegen die naturalistische Strömung den Weg für Debussy oder Dukas bereitet.

 

Oper, Straßburg
Le Roi Arthus
16./18./21. & 25.3.

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