Es war der 1. April 1997, als Carlos Stuckert mit zwei Partnern die Stuckert Wohnbau AG gründete. Als Aktiengesellschaft nebst Aufsichtsrat und nicht als Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Mit 1,8 Millionen Mark als Startkapital und nicht mit 50.000. „Wir wollten bei der Gründung gleich Seriosität zeigen“, sagt Stuckert. Heute sind zwei Drittel des Unternehmens in Familienhand. Ein Drittel hält ein Freiburger Geschäftsmann. Die Meilensteine einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte.

 

Firmenlenker: Marc und Carlos Stuckert, Aribert Frece und Claudio Stuckert (v.l.)

Firmenlenker: Marc und Carlos Stuckert, Aribert Frece und Claudio Stuckert (v.l.)

 

Mit fünf tatkräftigen Menschen war Stuckert gestartet, heute sind es 20. Das erste Projekt waren 24 Wohnungen im Denzlinger Heidach. Das war im Großraum Freiburg auch die Geburtsstunde des Bauens im südländischen Stil: Sprossenfenster, Erker, warme Farbkonzepte und attraktive Gartenanlagen zählten fortan zu den Kennzeichen von Stuckerts Stil. Wohnen wie im Urlaub.

 

Schon die zweite Aufgabe war ein schwerer Brocken für die Entwickler: In Staufen packten sie das Projekt „Club 60 Plus“ an, eine Seniorenresidenz. Damals operierte Stuckert noch aus einem gemieteten Büro, 2000 bauten sie sich dann ihren Firmensitz in Gundelfingen, wo demnächst das Ausstellungsatelier komplett auf neue Füße gestellt wird.

 

Nach dem Toskana-Stil kam hinzu die klassisch-stilvolle Architektur für gehobene Wohnlagen und unlängst mit dem Avantum auch eine Bauweise, die Menschen mit schmaleren Geldbeutel ins Eigentum bringen kann. Eine Entwicklung mit sehr viel Potenzial: Im Emmendinger Neubaugebiet Jägeracker sind 72 von 88 Avantum-Wohnungen schon vor Baubeginn verkauft. Kein großes Wunder bei Quadratmeterpreisen zwischen 2700 und 3100 Euro. Dabei ist die Ausstattung weit weg von Sozialwohnungsniveau.

 

Das nächste Avantum-Projekt wird in Grenzach entstehen, wo es 83 Wohnungen geben wird. „Die Individualisierungswünsche der Kundschaft sind bei Avantum zwar eingeschränkt, aber die Akzeptanz ist sehr hoch“, sagt Marc Stuckert. „Wir bauen jetzt für die Mittelschicht, die es in der Region immer schwerer hat, sich Eigentum zu leisten“, so Stuckert-Prokurist Aribert Frece. Avantum werde aber wegen der Bodenpreise und der stets ambitionierten energetischen und architektonischen Auflagen in Freiburg ein Produkt fürs Umland bleiben.

 

 

2450 Wohnungen mit 140.000 Quadratmetern hat Stuckert seit 1997 gebaut, 450 weitere sind derzeit im Bau und im Verkauf. Welches das Lieblingsprojekt des Seniors sei? Die Mehrfamilienhäuser an der Ecke Maria-Theresia- und Fürstenbergstraße in der Freiburger Wiehre. Frece ist besonders der Club 60 Plus im Gedächtnis geblieben, weil das auch politisch eine sehr komplexe Aufgabe gewesen sei. „Darauf waren wir damals schon etwas stolz.“ Für Marc Stuckert sind es die um einen See gruppierten Häuser Bella Casa, Bella Classica und Bella Lago auf dem Ramie-Gelände in Emmendingen.

 

Der prominenteste Käufer in den vergangenen 20 Jahren war Ex-Bundespräsident Walter Scheel, die teuerste Stuckert-Wohnung wechselte erst vor wenigen Wochen für 2,24 Millionen Euro den Besitzer. Hier kostete der Quadratmeter rund 9500 Euro – in Championsleague-Lage.

 

Für Claudio Stuckert wird dereinst auch das Projekt Seeleben in Kenzingen zu den Meilensteinen zählen. Hier baut Stuckert erneut am Wasser 91 Wohnungen für im Schnitt 3800 Euro pro Quadratmeter. Auch die Avantum-Linie wird fortgesetzt: Derzeit wird am Feinschliff für ein Reihenhaus gearbeitet. Und der Wirkungskreis ist immer größer geworden: Er verläuft heute von Konstanz über Lörrach bis nach Offenburg. Und wird dank der geglückten Nachfolge an die Söhne auch die nächsten 20 Jahre bespielt werden.

 

Text: Lars Bargmann / Foto & Visualisierung: © Stuckert