Ruhig sitzen zu bleiben fällt bei dieser Musik schwer. Schon die Namen der Songs wie „Razor Sharp“ oder „Temperature Rising“ lassen einiges hoffen – und Bluesrock-Gitarrist Danny Bryant enttäuscht nicht.

 

Bereits mit den ersten derb-rockenden Takten des Kickoff-Tracks „Best Of Me“ zieht er seinen Zuhörer in das Album. Ihr ganzes Potenzial offenbart die Scheibe jedoch erst nach dem etwas schleppenden „Take Me Higher“. „Nothing at All“ ist das vorläufige Highlight des Albums – eine fetzige Rock’n’Roll-Nummer, die an Chuck Berrys „Johnny B. Goode“ erinnert und den Hörer direkt in die Sechziger katapultiert.

 

Bryant wollte bei seinem aktuellen Album den Live-Charakter stärker herausholen, und das ist ihm gelungen. Man meint, den schwergewichtigen Rocker mit dem blonden Bürstenschnitt vor sich sehen zu können: Wie er noch etwas zögerlich in das Konzert findet, dann vom klassischen Rock’n’Roll über beschwingte Boogieklänge zum tougheren Bluesrock überschwenkt, um die Show mit einer sechsminütigen Ballade zu beschließen – bei der man am liebsten ein Feuerzeug durch die Luft schwenken würde.
Doch als die letzten Töne leise ausklingen, bleibt der Hörer unbefriedigt zurück: Wo bleibt nach diesem emotionalen Highlight die befreiende Up-Tempo-Zugabe? Also zurück zu den Powerakkorden von „Temperature Rising“ …

Text: Tanja Bruckert

 

Danny Bryant
Danny Bryant
Temperature Rising
Jazzhaus Records