Schon die ersten Sätze schlagen ein: „Früher hat man gesagt, die Russinnen. Die sind groß und muskulös wie Hammerwerfer, die arbeiten beim Straßenbau, und unter den Achseln haben sie so viele Haare, dass sich noch ein Toupet für ihren Mann ausgehen würde und ein zweites für den ersten Parteisekretär.“ So etwa denkt sich der schrullige österreichische Ex-Polizist und Detektiv Simon Brenner, der von seinem Schöpfer Wolf Haas endlich wieder in die Niederungen des Verbrechens, in absurde Abgründe und auf eine phänomenal-lustige Sprachwitzreise geschickt wird, als er sich ein mögliches Mädel im Internet ausgucken will.

Liebe, und wenn er sie dann heiratet, dann kann sie ja Brennerova heißen. Und weiter denkt er sich: „Dann hat es auf einmal geheißen, die Russinnen, das sind die dünnsten Fotomodelle, die teuersten Nutten, da musst du als Mann schon ein Hochhaus haben, damit sich so eine überhaupt von dir scheiden lässt …“ Und da ist noch ein Kriminalfall, der den Brenner ins Wiener Rotlichtmilieu, nach Russland (klar) und sogar in die Mongolei führt. Abgehackte Hände führen zu Kopfzerbrechen. Alles nur, weil dem Brenner zu seiner Ex und der Nadeshda noch eine dritte Frau, die dann auf einmal verschwindet … , frage nicht.

Sicher, „Brennerova“ ist ein bisschen erwartbar. Aber es ist wieder ein wunderbares, entwaffnend komisches Buch, das Haas vorgelegt hat.

Text: Dominik Bloedner

Brennerova
Wolf Haas
Brennerova
240 Seiten, gebunden
Hoffmann und Campe, 2014
20 Euro