Live ist nicht gleich live

Ein Konzert von Äl Jawala ist erst dann perfekt, wenn sowohl die Musiker als auch das Publikum im Takt der treibenden Beats wie Flummis auf und nieder hüpfen. Oder wenn die Bandmitglieder mit ihren Instrumenten die Bühne verlassen und sich unter die Zuschauer mischen, um mit ihnen gemeinsam Party zu machen. Mittendrin statt nur dabei.

Cover_Al-Jawala_500

 

Genau dieses Gefühl soll auch die neue Live-Platte der Freiburger Band transportieren. Gelungen ist dabei auf jeden Fall die Songauswahl: Die zehn Lieder zeigen die ganze Bandbreite des Jawala-Repertoires. Mal weisen sie in die Dub-Richtung, mal führt ein leicht karibischer Einschlag in die Welt des Reggaeton, dann wieder sorgt ein Didgeridoo für tranceartige Sphären. Doch keine Sorge: Durch alle Stücke zieht sich der gewohnte folkloristisch-osteuropäische Äl-Jawala-Sound – laut, energisch, tanzbar.

 

Die Energie einer solchen Liveband auf eine Platte pressen zu wollen, ist gewagt und vielleicht schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ein paar Klatscher, die gleich wieder ausgeblendet werden, und eine kurze Anmoderation lassen noch keine Konzertstimmung aufkommen. Und ehrlich – statt alleine im heimischen Wohnzimmer auf und ab zu springen, genießt man doch lieber die Vorfreude aufs nächste Konzert. Zum Vergnügen wird die Platte dann, wenn man den Live-Aspekt in den Hintergrund rückt und sie einfach als Best of betrachtet.

 

Text: Tanja Bruckert