Der doppelte Clou

Es gibt nicht sehr viele Bands, deren Gesamtpaket ein so hohes technisches Niveau erreicht, dass man sprachlos davor steht und sich manch ein Musiker fragen mag, was er da eigentlich selbst an seinem Instrument macht. Es gibt auch nur zahlarme Formationen, deren komplexe Songs einem so viel abverlangen, dass beim Versuch, dem zu folgen, die Kinnlade runterklappt. „Protest The Hero“ schaffen dies mit scheinbarer Leichtigkeit.

Cover Protest the hero

 

Die kanadischen Modern-Prog-Metaller ballern auf „Volition“ elf Songs aus den Rohren, die so vielseitig sind, dass man sich das Album bedenkenlos in Schleife anhören kann. Dazu besticht das Album mit so viel Variantenreichtum, wie viele andere Bands es in ihrer ganzen Karriere nicht hinkriegen.

 

Ein weiterer Clou ist, dass „Protest The Hero“ dieses Album eigenen Angaben zufolge mit Crowdfunding finanziert haben. Man habe gedacht, bei den eigenen Fans nicht mehr so angesagt zu sein und deshalb überlegt, ob ein neues Album wohl jemanden interessiere. Anschließend waren die Jungs über den sensationellen Zuspruch höchst überrascht – und kreuzten gestärkt im Studio auf. Herausgekommen ist ein Album, das jeden Anspruch erfüllt. Es ist unnötig, einzelne Songs zu empfehlen, da es ein singuläres Highlight auf diesem Album voller überragender Songs gar nicht geben kann.

 

Text: Marc Bargmann

 

Volition
Protest the Hero
Razor & Tie Recordings