Letztes Lagerfeuer

 

Ruhe. Nicht „RUHE!“ Einfach nur: Ruhe. Fast schon aufreizend langsam und im Stil einer Beerdigungskapelle* startet das neue – und inzwischen fünfte – Album des Schweden Christian Kjellvander. Und seien Sie versichert: Es wird auch nicht schneller. Wer ausschließlich auf Speed-Metal oder Rave steht, kann also jetzt schon aufhören zu lesen.

Cover_The-Pitcher_1

 

An alle, die noch dabei sind: Kjellvander macht Musik zum Runterkommen. Allerdings nicht zum Einschlafen. Mancher Song – etwa „The Zenith Sunset“ – kommt gar mit einem bedrohlichen Unterton daher, schleicht sich von hinten an und umschlingt einen bis zur völligen Gefangennahme.

 

Andere Lieder haben diese Art von Melancholie, die man gerade noch ertragen kann. Gerade noch. Erinnern tut das Ganze unweigerlich an Leonard Cohen. Oder wahlweise an Cowboys, die an ihrem letzten Lagerfeuer sitzen.

 

„Kompromisslos“ sei er und er gehe „seinen Weg“ – so wird über den Solisten in Fachmagazinen geurteilt. Der Schreiber dieser Zeilen findet ihn einfach nur brachial. Brachial genial. Und eben ruhig.

 

Zufall? Von wegen: Das Album wurde in einer alten Kirche auf dem schwedischen Land aufgenommen.

 

Text: Felix Holm

 

Christian Kjellvander
The Pitcher
Tapeterecords 2013

 

Am 27. März spielt Christian Kjellvander live in Freiburg