Platt ist nur das Land

So viel Heimatliebe muss sein: „brenne brenne alte stadt / jeder kriegt was er verdient hat / brenne brenne schöne alte stadt / ich bin der untergang der keinen namen hat“, heißt es im Song „Großbrand in OL“ der Oldenburger Punkrockband Bitume. Verbundenheit mit dem platten Land auch im Song „31 Bier in Richtung Kleinensiel“: „die sonne scheint uns auf den kopf der randaliert / los tom zähl noch einmal vor eins-zwei-drei-vier“.

Cover_Bitume

 

Die Ende der 1990er Jahre gegründete Band hat im Januar mit „Zeichen“ ihr inzwischen sechstes Album bei Rookie Records vorgelegt – das es übrigens nur auf Vinyl oder zum Herunterladen gibt, nicht aber als CD. Die vier Musiker sind sich musikalisch treu geblieben, logisch, Punkrocker sind nun einmal nicht bekannt dafür, dass sie das Rad stets neu erfinden.

Es sind laute, sperrige, schnelle und kritische Songs, die zugleich aber auch sehr eingängig sind. Die Jungs aus dem hohen Norden singen Geschichten (alle gehen abwechselnd ans Mikrophon) über Helden und Maulhelden, über den Wortwitz, der in einer wunderschönen Einbahnstraße verreckt oder über die schöne, neue, digitale Zeit, die keine schöne Zeit ist. Vielleicht ist das Ganze ein bisschen zu wehmütig, ein bisschen zu nostalgisch, auf jeden Fall ist „Zeichen“ aber ein durchdachtes und sprachgewandtes Album – Dosenbiergegröle für Leute mit einem höheren intellektuellen Anspruch.

Text: dob

Bitume
Zeichen
LP und DL-Code/Digital, Rookie Records