2008 landete die französisch-israelische Sängerin Yael Naim mit „New Soul“ einen Hit. Die 37-Jährige ist zwar „older“ geworden, aber in ihrem vierten, gleichnamigen Album hat sie sich dennoch ein Stück Kindheit bewahrt. Die Xylophon-Noten hüpfen energisch in „Make a Child“ und geben den Chansons das leichte Gefühl eines Kinderlieds, das im Gegensatz zum ernsten Text steht. Naim und David Donatien spielen auf ihrem zweiten gemeinsamen Album mit den Stimmungen: Von der strahlenden Energie in „Make a Child“ bis hin zur tiefen Melancholie des Harmoniums im „Meme Iren Song“.

„Older“ von Yael Naim

 

Die Chansonsängerin lässt sich dabei von der ganzen Welt inspirieren. So singt sie mit der kreolischen Banjo-Spielerin Leyla McCalla das Duett „Ima“, vielleicht das beste Beispiel für die Vielfalt der Einflüsse: Die beide Sängerinnen vermengen Hebräisch, Kreolisch und Englisch in einem zeitlosen Wiegenlied. „Trapped“ zeigt, wie stark die gebürtige Pariserin Yael Naim von der schwarzen Soulmusik des Motown geprägt wurde. Sie hat daraus allerdings ihre eigene Welt geformt, sodass selbst in einer klassischen Klavier- Gesang-Komposition wie „Coward“ ihr einzigartiger Stil spürbar ist.

 

„Older” klingt schon beim ersten Hören bekannt, ohne banal zu sein. Und das ist Naims wahre Leistung: die Zuhörer in ihre Welt aufzunehmen, in der sie eine „New Soul“ entdecken können.

 

Text: Laure Etienne

 

Yael Naim
Older
Embassy of Music