Gigantischer Trip

Prog-Rock-Klassenprimus Steven Wilson setzt mit „The Raven That Refused To Sing“ einen Meilenstein seiner Laufbahn. In dem nur sechs Songs umfassenden Album zeigt Wilson eindrucksvoll, dass er in Sachen Kreativität und Musikalität zu den größten Künstlern des Prog-Rocks gehört. „The Raven That Refused To Sing“ wird in dieser Sparte vermutlich auf Jahre hinaus das Meisterwerk sein, an dem andere Bands, aber auch er selber sich messen lassen müssen. Ganz so wie seinerzeit Pink Floyd an „The Dark Side Of The Moon“.

Der vierfach Grammy nominierte Wilson bringt auf seinem vierten Album alle Grenzen musikalischer Welten zum Einstürzen. Man kann richtig spüren, wie Herr Wilson eine Idee im Kopf hat, sich ins Studio zurückzieht und an dieser Idee so lange herumexperimentiert, bis jede einzelne Note sitzt. Dabei ist es ihm egal, ob es jazzig, heftig oder einfach nur sphärisch werden muss. Jeder einzelne Song ist ein perfekt komponierter Trip, und nur ganz Wenige schaffen es wie Wilson, die verschiedensten Einflüsse so reibungslos miteinander zu verweben.

CD-Cover "The Raven That Refused To Sing"
Wilson, nebenbei auch kreativer Kopf der Brit-Progger „Porcupine Tree“, gewann für dieses Projekt übrigens keinen Geringeren als Alan Parson als Engineer, ebenfalls ein Meister der progressiven Musik. Eine Zusammenarbeit, die dem Album auch alles andere als geschadet hat.

Text: Marc Bargmann

Steven Wilson
The Raven That Refused To Sing
K Scope