Fundstueck

 

Studien haben ja schon so einiges ans Licht gebracht, zum Beispiel dass deutsche Schüler bildungstechnisch weiterhin im Mittelfeld rangieren und dass Überstunden dumm machen. Was unser Fundstück der Woche nun aber belegt, wirkt auf den ersten Blick doch sehr skurril.

 

Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, haben französische Wissenschaftler in der US-Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ am Dienstag eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass der Mensch in der Nahrungskette auf einer Stufe mit Anchovis und Schweinen steht. Der Mensch, der sich selbst jahrhundertelang für die Spitze der Nahrungskette hielt, auf einer Stufe mit Sardellen und rosa Allesfressern.

 

Wie dieses abstruse Ergebnis zustande kommt? Es wurde erstmals das sogenannte trophische Niveau des Menschen ermittelt. Dieser Wert zeigt an, auf welchem Platz ein Lebewesen in der Nahrungskette steht. Um ihn zu berechnen, wurden Statistiken der Welternährungsorganisation von 1961 bis 2009 ausgewertet, sie ergaben einen Wert von 2,2 – ähnlich wie Anchovis und Schweine eben. Entscheidend für diesen Wert ist das Konsumverhältnis pflanzlicher und tierischer Produkte, denn: in der Nahrungskette befinden sich Pflanzen auf der ersten Ebene, Pflanzenfresser auf der zweiten und Fleischfresser auf den weiteren Ebenen. Ein Raubtier wie der Eisbär kommt demnach auf ein trophisches Niveau von 5,5. Ob ihm dieser Spitzenwert bei seinem Kampf gegen das Aussterben etwas bringt, ist jedoch fraglich.