Nichts zu verlieren

Der Tumor bringt das Fass zum Überlaufen: Frank (Joel Murray) hat endgültig die Schnauze voll. Die Frau ist schon weg, die Arbeit auch, und nun geht’s auch mit der Gesundheit dahin. Zu verlieren hat der Mittvierziger nichts mehr – aber er hat noch einiges vor. Und zwar mit Waffengewalt.

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„God Bless America“ (2011) hat Regisseur und Drehbuchautor Bobcat Goldthwait seinen makaberen Film genannt, in dem er gnadenlos, mit pechschwarzem Humor und ohne Rücksicht abrechnet mit einem Land, in dem der Schein schwerer wiegt als das Sein. Er schickt Frank schwerbewaffnet auf eine kompromisslose Mission: alles niedermetzeln, was er an Dummheit finden kann. Zusammen mit der 16-jährigen Roxy (Tara Lynn Barr) schießt er sich seinen Weg durch eine Heerschar an nervigen Nachbarn, TV-Sternchen und Handy-Besitzern. So unterhaltsam die satirische Blu-ray-Premiere allerdings ist: Wirklich ernst nehmen kann man sie nicht. Dazu fehlt dem gesellschaftskritischen Rundumschlag dann doch etwas die analytische Distanz zu seinem Sujet.

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Mit satten Farben und knackiger Schärfe zeichnet die kontrastreiche Blu-ray-Optik ein sauberes, sehr hochwertiges Bild. Der offensiv gemischte Sound liefert klare Dialoge und bindet die hinteren Boxen immer wieder für präzise Effekte ein. Im umfangreichen Bonusteil finden sich unter anderem ausführliche Interviews, ein ausgiebiger Blick hinter die Kulissen und ein interessanter Audiokommentar.

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Text: Andreas Fischer / Fotos: Eurovideo
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: überzeugend
Freigabealter: 16
Laufzeit: 104 Min.
Im Handel, ca. 19 Euro