Willkommen zu Hause, Mr. Bond

Direkt vorneweg: Mit „Skyfall“ (2012) gelang Regisseur Sam Mendes nicht weniger als die Rettung der populärsten und erfolgreichsten Filmreihe vor ihrem Untergang. Der 23. Bond-Film ist der beste Craig-Bond bisher. Er ist modern und traditionell zugleich: 21. Jahrhundert und doch tief verwurzelt in der Tradition der Agentenreihe. In die deutschen Kinos lockte der ausgezeichnete Action-Thriller über 7,7 Millionen Zuschauer, weltweit spielte er bisher mehr als eine Milliarde US-Dollar ein. Nun erscheint der Film auf DVD und Blu-ray Disc.

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Es ist keine große Organisation mit der sich James Bond (Daniel Craig) in „Skyfall“ auseinandersetzen muss. Streng genommen ist es nur eine einzige Person, die durch ein paar Schergen unterstützt wird. Javier Bardem spielt diesen Raoul Silva, der sich zum Ziel gesetzt hat, den britischen Geheimdienst MI6 zu zerstören und das in gewisser Hinsicht auch tut. Er ist im Besitz einer Liste mit vertraulichen Daten über Agenten in aller Welt, die er schrittweise veröffentlicht, womit das Leben der im Untergrund agierenden Spione nichts mehr wert ist.

Silva will aber vor allem Rache an „Mommy“ M (Judy Dench) nehmen. Als gefallener Engel, als ehemaliger MI6-Agent will er seine frühere Chefin bis aufs Letzte entblößen. Er führt sie vor, hackt sich in die Computer des Geheimdienstes und lässt Chaos über London einbrechen.

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Bardem setzt die Tradition ziemlich irrsinniger Schurken in 007-Filmen fort. Überdreht, besessen, brutal, aber eben auch charismatisch und in gewisser Hinsicht sogar sympathisch tritt er, blond perückt, auf. Er treibt seine Figur an die Grenze zum Absurden, überschreitet sie jedoch nicht.

Bond nimmt ihn denn auch äußerst ernst. Zieht er sich zu Beginn noch aus seinem Agentenleben zurück, kommt er durch die Bedrohung Silvas wieder zurück. Er muss es, das ist sein Leben. Er muss „seine“ M beschützen – und geht dabei auf eine fast schon spirituelle Reise in die eigene Vergangenheit.

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„Skyfall“ erzählt viel Relevantes für die Entwicklung von Bond, sowohl was das Gestern als auch das Morgen betrifft. Der Film schafft auch inhaltlich die Grundlage für eine gesicherte Zukunft des Agenten, über den der Betrachter mehr erfährt als zu erwarten war. Die Figur Bond, so zeigt sich, ist komplexer als gedacht. Die Grundlage für eine fruchtbare Zukunft der Reihe ist gelegt.

Technisch setzt der Film die Messlatte ganz oben an: Sound und Bild von DVD, aber vor allem von der Blu-ray Disc sind nahe am Optimum. Der perfekt abgemischte Surroundmix setzt Effekte so gezielt wie wuchtig ein, legt die Dialoge verständlich drüber und mischt das alles zu einer bombastischen Soundkulisse. Mit satten Farben, sehr gut abgestuften Kontrast- und Schwarzwerten sowie einer knackigen Schärfe gibt’s am Bild der BD nichts auszusetzen. Auf der DVD wirkt die Optik etwas gröber und zeigt Unschärfen.

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Auf der DVD gibt’s als einziges Extra ein recht knappes Making Of. Der Bonusteil der BD ist etwas üppiger: Neben dem Drehbericht, der hier deutlich ausführlicher ist, wurden ein Videobeitrag von der Filmpremiere in London und zwei Audiokommentare dazu gepackt.

Text: Ludwig Kramer / Fotos: Fox
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: ausgezeichnet
Freigabealter: 12
Studio: Fox
Laufzeit: 137 Min.
Im Handel, ca. 13 Euro