Bis aus Lachen Weinen wird

Marko (Lars Eidinger) weiß auch mit Mitte Dreißig noch nicht, wo es hingehen soll. Einen Lebensplan hat er nicht, und er fühlte sich auch nie verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen. Für seine Mutter Gitte (Corinna Harfouch) schon gar nicht, die seit Langem unter einer bipolaren Störung leidet. Marko stahl sich weg vom Land nach Berlin, wo er sich als Schriftsteller verdingt. Ganz anders sein Bruder Jakob (Sebastian Zimmler), der im Anbau der Eltern versucht, erfolgreich zu sein. In Hans-Christian Schmids Film „Was bleibt“ (2012), der jetzt auf DVD im Handel ist, bröckelt das Familienbild in einer grausamen, grandios inszenierten Zeitlupe.

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„Was bleibt“ ist dabei kein Familienfilm. Hans-Christian Schmid, der umsichtigste deutsche Regisseur, inszeniert nicht einfach ein kammerspielartiges Drama um zwei ungleiche Brüder und ihre Eltern. Er schält viel mehr aus seiner Erzählung Dinge, die man weder erwarten noch einordnen kann.

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Im noblen Einfamilienhaus im Grünen feiert Mutter Gitte feiert ihr „30-jähriges Jubiläum mit ihrer Krankheit“, wie sie sagt. Daran, dass es ihr besser geht und sie keine Tabletten gegen die Depression mehr braucht, will keiner glauben. Trotzdem will sie die Medikamente absetzen und erschüttert mit diesem Wunsch das Gerüst, das das fragile Gebilde zusammenhielt.

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Bild und Ton des Films sind auf DVD schnörkellos und klar. Die Farben sind satt, die Kontraste gut, und auch in dunklen Szenen sind die Schärfewerte in Ordnung. Der sauber arrangierte Sound schafft mit Geräuschdetails und mit dem fast schon hypnotischen Soundtrack der Band The Notwist eine angenehme Atmosphäre. Ein knapp 40-minütiges Making Of wirft einen spannenden, informativen Blick hinter die Kulissen der Produktion.

Auch auf Blu-ray Disc erhältlich.

Text: Sarah Hastig / Fotos: Pandora Film
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: Meisterwerk
Freigabealter: 12
Studio: Pandora Film
Laufzeit: 85 Min
Im Handel, ca. 13 Euro