Entweder oder

Aufstehen oder schlummern? Ausgehen oder zu Hause bleiben? Jeden Tag trifft der Mensch Tausende von Entscheidungen – nur, um sie wieder zu bereuen. Florian Schroeder geht das nicht anders. Daher erscheint am 24. Oktober seine Anleitung „Hätte, Hätte, Fahrradkette. Die Kunst der optimalen Entscheidung“. chilli-Redakteurin Tanja Bruckert hat sich mit dem Kabarettisten unterhalten.

Florian Schroeder

 

chilli: Sie bezeichnen sich in Ihrem Buch als Optimierer – einer, der nie mit seiner Wahl zufrieden ist. Sind Sie nach Ihren Recherchen nun gelassener?
Schroeder: So ganz selbsttherapiert bin ich nicht, aber das kann man wahrscheinlich nie sein. Ich glaube, es geht auch nicht darum, sich von heute auf morgen radikal zu ändern. Das wäre ein Anspruch, der wiederum ein optimierter wäre und schon darum scheitern muss.

 

chilli: Was war die schwerste Entscheidung, die Sie jemals getroffen haben?
Schroeder: Vor zehn Jahren die Entscheidung, mich von der Radiomoderation zu verabschieden. Das war leicht und schwer zugleich. Leicht insofern, als dass sich eine Bühnenkarriere auftat und ich mit meinem ersten Programm schon viele Termine hatte – allerdings in Kleinstläden, in denen vielleicht fünfzig Leute saßen, wenn überhaupt. Ob das mittelfristig größer werden würde, wusste ich nicht. Und sich dann von der Sicherheit einer Mitarbeit beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu verabschieden, war schon schwer. Letztendlich habe ich es gemacht und auch nicht bereut.

 

chilli: Sie sind vor acht Jahren von Freiburg nach Berlin gezogen. Ist Ihnen diese Wahl leicht gefallen?
Schroeder: Ja, total. So sehr ich Freiburg mag – Südbaden ist und bleibt meine Heimat –, ich brauchte ein radikales Kontrastprogramm, und das konnte innerhalb Deutschlands nur Berlin sein.