Vorweihnachtsterroristinnen sind immer Frauen: Nichtsahnend besucht man Mitte November eine Freundin, betritt ihre Küche und findet sie in den letzten Zügen beim Plätzchen backen. Eine andere erwähnt nebenbei am Telefon, sie sei nun durch, die Wohnung sei dekoriert, alle Geschenke seien besorgt und Weihnachten könne jetzt kommen. Und in Zeiten von Facebook kommen noch all diese Plätzchen- und Dekopostings hinzu.

 

 

Portrait of frustrated young woman near christmas tree

Bild: fotolia.com.

 

Aarrghh! Mitte November! Und der Zeitpunkt wird gefühlt jedes Jahr früher, an dem mir die – den Rest des Jahres liebsten Frauen in meiner Umgebung – mit ihrem Verhalten signalisieren, dass es höchste Eisenbahn sei, endlich die Weihnachtsvorbereitungen zu starten. Wo ich doch am liebsten jedes Jahr aufs Neue am ersten Advent davon überrascht werde, dass schon in vier Wochen Weihnachten ist, und erst Mitte Dezember langsam nervös werde, wenn ich noch keine Geschenke habe,

 

Nicht, dass mich jemand falsch versteht: Ich liebe Weihnachten und die Vorweihnachtszeit. Und ich liebe Geschenke kaufen und Plätzchen backen. Und am heiligen Abend ist auch bei mir (fast) alles festlich geschmückt und bereit. Aber eben nicht zu früh: Lebkuchen im August nerven mich ja auch!

 

Deshalb werde ich in diesem Jahr den Vorweihnachtsterrorismus bekämpfen – mit einer Männerquote bei Verabredungen: Ich kenne keinen, der im November die Wohnung umdekoriert, Plätzchen backt oder vor dem 24. Dezember alle Geschenke im Haus hat. Geschweige denn, dass jemals einer auf die Idee kommen würde, sich über den Stand seiner Weihnachtsvorbereitungen mit mir austauschen zu wollen. Wunderbar!

 

 

Frohe Weihnachten!

Fritzi Berlin

 

 

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