Was macht man, wenn man auf den Hund gekommen ist? Wenn das Leben keine Freuden mehr bietet, sondern nur Nachdenklichkeit, Wehleidigkeit und Traurigkeit? Dann geht man los auf die Suche, dann nimmt man die Hängematte und ein paar Schreibhefte mit, dann geht es in den Süden – und dann kommt man auf die Katze.

Dass diese Flucht vor dem Leben erfolgreich sein wird und versöhnlich endet, kann aber keiner garantieren.
Eugen Ruge, der für seinen DDR-Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ enthusiastisch gefeiert wurde, hat mit seinem neuen Roman „Cabo de Gata“ die Suche eines Schriftstellers beschrieben. Das Cabo de Gata, zu Deutsch Kap der Katze, ist ein im Winter ausgestorbenes Fischernest an der andalusischen Küste. Gibt es hier Erlösung?

Der Ich-Erzähler trifft auf maulfaule Einheimische, eine eher öde Landschaft, gibt sich einem Engländer gegenüber als Peter Handke aus – und schreibt bis zur Abreise nach über vier Monaten keine einzige Zeile. Doch „Cabo de Gata“ ist weit mehr als einer dieser weinerlichen, verschwurbelten Aussteigerromane. Ruge ist sprachlich präzise, erzählt leicht und fast beiläufig und immer angenehm ironisch distanziert. Dass schwangere Katzen den Menschen wichtige Lebenshilfe leisten, hat man so auch noch nie gelesen.


Cabo_de_Gata
Text: Dominik Bloedner

Eugen Ruge
Cabo de Gata
208 Seiten, gebunden
Rowohlt, 2013
19,95 Euro