Leute, das ist das Rock-Album 2013 – okay, vielleicht neben der neuen CD
„ …Like Clockwork“ von Queens Of The Stone Age. Andrew Stockdale hat mit „Keep moving“ aber einen eineinviertelstündigen Kracher hingelegt. Auf dem Booklet sitzt er in einem Pick-up, auf der Rückseite ist ein abgeschlagener Hammer, und was dann auf die Ohren kommt, ist auch einer.

Andrew_Stockdale

 

Es ist die erste Solo-Scheibe des Ex-Frontmanns von Wolfmother, abgemischt in Nashville, produziert von ihm selbst, der auch alle Lyrics verfasst hat und einfach eine Granate an der Gitarre ist. Es dauert keine fünf Sekunden, die ersten Riffs von „Long way to go“ ziehen den Hörer in ein Boot, und los geht’s auf wildem Gewässer. Stockdales Stimme erinnert stückeweise ein bisschen an Robert Plant, es gibt melodiösen Rock, Folkklänge wie bei Suitcase, gegen Ende auch ein bisschen Blues wie bei Country – mit der obligatorischen Mundharmonika. Aber die Stromgitarre bleibt das beherrschende Instrument: „Year of the Dragon“, „Keep moving“, „Vicarious“, „Ghetto“, „She’s a Motorhead“ – herrlich.

Der Australier gibt Gas, strotzt vor Power, manchmal fühlt man sich aber auch an Jim Morrison erinnert, da wird’s verträumter, ruhiger, aber nur, um wieder loszubrettern und nach 73 Minuten einen Stopp zu machen, an dem einfach niemand aussteigen will. Ende, Aus. Mehr davon.

Text: Lars Bargmann

Andrew Stockdale
Keep moving
Universal