„Stillstand langweilt mich!“

Die ganze Dimension des Phänomens Daniela Katzenberger zeigte sich im Oktober beeindruckend bei der Frankfurter Buchmesse. Schriftsteller wie die weißrussische Friedenspreisträgerin Swetlana Alexijewitsch oder der dänische Krimi-Bestsellerautor Jussi Adler-Olsen beobachteten erstaunt, wie sich die Fotografenmeute um eine junge Frau mit sehr blonden Haaren riss. Daniela Katzenberger (27) wollte ihr Buch „Katze küsst Kater“, so etwas wie ein Beziehungsratgeber, vorstellen. Vor lauter Fotografen sah sie schließlich die eigenen Seiten nicht mehr. „Diesen Hype verstehe ich selbst nie so richtig und manchmal beängstigt er mich“, sagt die Ludwigshafenerin. Fünf Jahre hält dieser bereits an – im Showbusiness ist das durchaus eine lange Zeit. Bei „ihrem“ Sender VOX blickt die Katze nun auf ihre steile Karriere zurück. Und im Interview wagt sie einen Ausblick. Ihre knappe Ansage: „Es wird noch einiges kommen!“ Als nächstes ihr erster Film in der ARD – die Katzenberger als Schauspielerin.

Nein, auf die Klappe gefallen ist Daniela Katzenberger bestimmt nicht. Ihr loses Mundwerk ist eines ihrer besten Argumente.

 

chilli: Frau Katzenberger, man kann Sie durchaus als „Superkatze“ bezeichnen. Seit fünf Jahren haben Sie dauerhaften Erfolg. Und das nicht nur mit Ihrer Doku-Soap „Natürlich blond“. Haben Sie jemals damit gerechnet?
Daniela Katzenberger: Die vergangenen fünf Jahre waren auf jeden Fall der Wahnsinn. Anfangs bin ich irgendwie in diesen Weg, der mir ungemein schnell vorkommt, reingerutscht. Eine Karriere wie diese hatte ich jedenfalls nicht geplant. Nun bekomme ich für mein „Fünfjähriges“ sogar eine Jubiläumssendung. Darin blicke ich das erste Mal auch mal wirklich auf mein Leben zurück. Fast staune ich darüber, wie viel tatsächlich passiert ist.

 

chilli: Fünf Jahre im Rampenlicht sind lange in unserer schnelllebigen Zeit. Wünschen Sie sich nicht manchmal eine Pause?
Katzenberger: Pausen sollte man sich nehmen. Und diese gönne ich mir auch. Das Geheimnis aber ist, dass man nicht immer dasselbe machen darf. Ich habe mir gerne andere Betätigungen gesucht, wie beispielsweise mein Parfum oder mein Buch. Jetzt gerade erst habe ich meinen ersten Film abgedreht. Ich bin also nie auf der Stelle getreten.

Daniela Katzenberger kann auch Engel - ganz bestimmt!

 

chilli: Hat Sie die enorme TV- und Medienpräsenz der vergangenen fünf Jahre verändert?
Katzenberger: Ich glaube, ich habe mich nicht großartig verändert. Das bestätigen mir auch meine Freunde und meinen, ich sei immer noch dieselbe Daniela wie früher. So bin ich als absoluter Familienmensch auch weiterhin gerne daheim in der Pfalz.

 

chilli: Frau Katzenberger, so ganz nehmen wir Ihnen das nicht ab. Gerade im Showbusiness verändern Ruhm und Erfolg sehr viele Menschen.
Katzenberger: Okay, vielleicht hat sich mein Geschäftssinn ein wenig geschärft (lacht).

 

chilli: Mit einem Blick in die Zukunft, wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Katzenberger: In fünf Jahren bin ich 32 Jahre alt. Und auf jeden Fall bin ich dann immer noch ich – so viel ist sicher. Möglicherweise habe ich noch weitere neue Sachen ausprobiert. Was meine Sendungen und meine Projekte betrifft, bin ich aber ganz realistisch. Ich weiß, dass sie sich auch irgendwann abnutzen können. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen. Das Meiste entwickelt sich sowieso ganz von alleine.

In ihrer Jubiläumssendung "5 Jahre Daniela Katzenberger" führt die Katze treue Fans durch ihre Heimatstadt Ludwigshafen.

 

chilli: Für die ARD haben Sie gerade Ihren ersten Film gedreht. Sehen Sie sich nun etwa als Schauspielerin?
Katzenberger: Nein, als Schauspielerin will ich mich nicht festlegen lassen, obwohl ich doch noch einiges in diese Richtung machen will. Wenn’s klappt, freue ich mich sehr darüber. Wenn nicht, dann ist das auch in Ordnung. Dann habe ich die Schauspielerei zumindest einmal gemacht. Das Ausprobieren war und ist mir wichtig.

 

chilli: Sie sind es gewohnt, vor einer Kamera zu stehen. Macht es einen Unterschied, eine Doku-Soap oder einen Film zu drehen?
Katzenberger: Auf jeden Fall. Für die Schauspielerei braucht es sehr viel Disziplin. Das fängt schon damit an, das ganze Drehbuch auswendig zu lernen. Anders als in der Doku-Soap, bei der alles spontan passiert, muss man beim Dreh Situationen und Gefühle rüberbringen, die genau in diesem Moment einfach gefordert sind. Das habe ich anfangs etwas unterschätzt und mir auch beinahe ins Hemd gemacht (lacht). Aber ich schaffe es, schwierige Situation irgendwie immer wegzulachen. Genau weiß ich auch nicht, wie ich das mache. Aber das ist wohl meine Stärke.

Ein Erfolgsrezept der Katzenberger: Treue zu ihren Fans.

 

chilli: Haben Sie manchmal Bedenken, dass ihr heutiges Image als Daniela Katzenberger vielleicht nicht auch mal nach hinten losgehen könnte?
Katzenberger: Wenn das so sein sollte, werde ich das hinnehmen. Da mache ich mir auch nichts vor. Und wenn mal etwas schlecht läuft, dann läuft es eben schlecht. Und das akzeptiere ich dann auch voll und ganz.

 

chilli: Was ist das Schlimmste, was Ihnen passieren könnte?
Katzenberger: Auf der Stelle stehen zu bleiben! Geht nichts voran, beginne ich mich zu langweilen. Glücklicherweise ist das ist in den vergangenen fünf Jahren nicht passiert. Und ich hoffe, dass das auch in den kommenden fünf Jahren nicht passieren wird.

 

Text: Andreas Schöttl / Fotos: VOX / 99pro media / schoko-auge
Quelle: teleschau – der mediendienst