Kaum zu glauben! Der ewige Spaßmacher, der als Showpraktikant bei Stefan Raab begann und sich bei Chaoten-Mutproben mit seinem Lieblingsfeind Simon Gosejohann auch schon Wasabi in die Nase pusten ließ, hat nun schon 42 Jahre auf dem Buckel. Auch wenn Elton längst nicht so alt aussieht, es wird Zeit für Veränderung. Eine Bewährungschance dafür erhält er am Samstag, 20. April, ab 20.15 Uhr. Dann läuft bei ProSieben Eltons erste abendfüllende Samstags-Live-Show „Elton zockt“. Und zwar vier Stunden lang.

Elton bei 1, 2 oder 3

Für das ZDF führt Elton regelmäßig durch die Kindersendung “1, 2 oder 3”.

 

chilli: Sie hatten vor Kurzem Geburtstag (2. April, Anm. d. Red.). Gratulation! Gab’s denn schöne Geschenke?
Elton: Das beste Geschenk habe ich im St.-Pauli-Stadion am Montagabend vor meinem Geburtstag bekommen. Unser Starstürmer Marius Ebbers hat mir sein Trikot geschenkt.

chilli: Bei Ihrer neuen Show zocken Kandidaten um 100.000 Euro. Dafür allerdings müssen sie einen ganz persönlichen Lieblingsgegenstand setzen. Verlieren sie, werden die Spieleinsätze zerstört. Für wie viel Geld würden Sie das Ebbers-Trikot setzen?
Elton: Das Trikot ist wirklich etwas Besonderes. Da das Risiko aber groß ist, es zu verlieren, setze ich es auf gar keinen Fall.

chilli: Selbst dann nicht, wenn Sie 100.000 Euro gewinnen könnten?
Elton: Im Rahmen von „TV Total“ läuft „Elton zockt“ bereits seit Jahren. Daher weiß ich, wie schnell man sich verzocken kann. Und viele, die mitmachen, glauben nicht, dass wir ihren Einsatz dann auch tatsächlich verbrennen, zerstören, irgendwie kaputt machen. Erst wenn das Trikot beispielsweise an Luftballons in die Höhe steigt, realisieren die meisten, dass wir ernst machen. Weil ich mein Ebbers-Trikot nicht verlieren will, würde ich es auch nicht für 100.000 Euro aufs Spiel setzen. Aber es gibt tatsächlich viele, die gehen beim Zocken sehr großes Risiko.

chilli: Welche Einsätze bieten die Zocker an?
Elton: Das reicht von teuren Alufelgen bis zum kompletten Auto. Ein Alleinunterhalter hat sein komplettes Equipment gesetzt. Um in die Show zu kommen, müssen die Kandidaten in einer ersten Runde gegen mich spielen und gewinnen. Die Einspieler mit Kirmesspielen wie Luftballon-Darts oder Dosenwerfen werden gerade deutschlandweit gedreht. Für die Show selbst suchen wir uns bei den Kandidaten dann wertvolle Gegenstände aus. Zum Beispiel steht eine alte Nähmaschine, ein echtes Oma-Erbstück, auf dem Spiel.

chilli: Das dann im Fall des Falles auch tatsächlich vor der Kamera zerstört wird?
Elton: Die Kandidaten haben immer die Möglichkeit auszusteigen. Erst spielen sie bei richtig krachenden Herausforderungen in der Qualität von „Elton vs. Simon“ gegeneinander, im Finale dann gegen mich. Keiner muss unbedingt bis zum Ende zocken und doch noch das Erbstück der Oma aufs Spiel setzen. Verliert er, dann wird es kaputt gemacht, auch wenn es mir um das gute Stück leid tut. Aber so sind die Regeln des Spiels.

chilli: Zerstörung von Wertgegenständen vor laufender Kamera?
Elton: Diesen Kritikpunkt kann ich verstehen, gerade in einer Gesellschaft, in der einige sehr wenig haben. Ich bin aber der Meinung, dem Gewinn von 100.000 Euro muss auch ein gewisser Einsatz gegenüberstehen. Wenn der kaputt ist, dann ist er kaputt. Wer bei uns gewinnen will, muss Risiko gehen.

Elton zockt Live

“Elton zockt Live” ist die erste TV-Show, in der Kandidaten nicht nur gewinnen, sondern auch alles verlieren können.

 

chilli: Anders als bei „Elton vs. Simon“ duellieren sich vor allem die Kandidaten. Sie greifen nur in der ersten Runde und im Finale ein. Auch mal angenehm, oder?
Elton: Das ist sogar sehr angenehm. Ich bin jetzt 42 Jahre alt geworden – da muss man der Wahrheit schon ins Auge sehen. Gerade bei „Elton vs. Simon: Die Liveshow“ habe ich gemerkt, wie körperlich herausfordernd unsere Einsätze sind. Auch wenn’s vielleicht einfacher ist als Protagonist, der dem Simon eine auf die Fresse gibt, moderiere ich erstmals eine große Show. Das wird eine besondere Aufgabe.

chilli: Die Dauer der Show ist beachtlich. Sie haben gute vier Stunden vor sich.
Elton: Und vor allem live. Im Vorfeld haben einige gesagt, sie freuen sich bereits darauf, dass ich mich verspreche und verhaspele.

chilli: Sie selbst sagen, Sie seien ehrgeizig. Wie sehr ärgern Sie eigene Fehler?
Elton: Ich bin vielleicht nicht ganz so perfekt wie Stefan Raab. Bei ihm muss immer alles hundertprozentig sein. Zumindest 70 Prozent will ich aber schon erreichen. Mich zusammenzureißen und nur lächeln, wenn etwas schiefläuft, wird schwierig.

chilli: Sie haben früher mal gesagt, Sie seien kein guter Moderator. Inzwischen führen Sie im Zweiten auch durch den Kinder-Klassiker „1, 2, oder 3“. Inwiefern profitieren Sie von der Moderation dieser Sendung?
Elton: Sehr sogar. Lange war ich nicht davon überzeugt, dass ich durch eine Sendung führen kann. Bei „1, 2, oder 3“ aber habe ich viel gelernt. Auch wenn die Sendung nicht live ist. Aber das ist richtiges Arbeiten. Ich muss durch die Sendung führen, moderieren, Experimente erklären und mit Kindern umgehen. Diese Arbeit hat mir sehr viel Mut gemacht und gegeben.

chilli: Wäre „Elton zockt: Live“ ohne „1, 2 oder 3“ möglich?
Elton: Wahrscheinlich nicht. Ohne „1, 2 oder 3“ würden mir Erfahrung und auch etwas Selbstvertrauen fehlen. Anders als vielleicht Oliver Pocher bin ich nicht so ein positiver Selbstdarsteller, der es sich zutraut, locker eine Samstagabendshow aus dem Ärmel zu schütteln.

chilli: Bisher ist „Elton zockt: Live“ nur einmal geplant. Bei Erfolg soll es Fortsetzungen geben. Verspüren Sie deswegen Druck?
Elton: Tatsächlich verspüre ich zum ersten Mal einen Quotendruck. Der geht aber nicht vom Sender aus, den mache ich mir schon selbst. Schließlich ist „Elton zockt: Live“ meine erste wirklich eigene Show. Und da möchte ich schon über den Senderschnitt kommen – mindestens!

chilli: Was ist wichtiger: die reine Quote oder Kritik?
Elton: Ich glaube, mit Kritik kann ich besser leben als mit einer schlechten Quote. Denn: Es gibt viele Sendungen, die fertiggemacht werden, aber eine gute Quote haben. Und die leben immer noch. Dagegen bringt es nichts, wenn keiner eine Sendung guckt, aber die Kritiker schreiben, wie sensationell die sei. Natürlich würde ich mich über beides freuen: gute Quote und gute Kritik. Und wenn beides schlecht ist, dann muss ich mit wohl oder übel etwas anderes überlegen (lacht).

Autor: Andreas Schöttl / Fotos: ProSieben / Willi Weber, ZDF / Ralf Wilschewski
Quelle: teleschau – der mediendienst