„Eine gewisse Grundeitelkeit gehört dazu!“

Ihre jüngste Tochter wurde vor kurzem neun Jahre alt, die zweite ist zehn – die Kinder sind noch klein. Aber ihr drittes „Baby“ feiert am 7. Juni schon seinen 20. Geburtstag: In der RTL- Sendung „Exclusiv – Das Star-Magazin“ berichtet Frauke Ludowig bereits seit zwei Jahrzehnten aus der Promiwelt und hatte alle großen Stars vor dem Mikrophon.

Anlässlich der Jubiläumssendung am Samstag, 7. Juni, 20.15 Uhr, steht die Moderatorin aus Wunstorf bei Hannover ausnahmsweise mal selbst Rede und Antwort. Dabei stellt die blonde Powerfrau, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feierte, klar, dass trotz des stressigen Spagats zwischen Familie und Beruf noch lange nicht Schluss ist – ganz im Gegenteil!

"Es gab natürlich jede Menge verrückte Sachen in all der Zeit": Frauke Ludowig freut sich auf den Rückblick zum Jubiläum.

 

chilli: Sie feiern bald 20 Jahre „Exclusiv“ bei RTL. Was ist geplant?
Frauke Ludowig: Am 7. Juni zeigen wir die 30 spannendsten Geschichten, die uns in 20 Jahren „Exclusiv“ passiert sind. Wir freuen uns sehr darauf, denn es gab natürlich jede Menge verrückte Sachen in all der Zeit.

 

chilli: Zum Beispiel?
Ludowig: Ich sollte Michael Jackson interviewen, aber am Ende kam es nicht dazu, weil er nicht aufgetaucht ist. In der Sendung klären wir nun auf, was damals passiert ist.

 

chilli: Sind Sie nach all den Jahren noch aufgeregt vor großen Interviews?
Ludowig: Ja, aber ich bin nicht aufgeregt, weil ich einen besonderen Menschen treffe, sondern eher aufgrund dessen, weil dabei Unvorhersehbares passieren kann. Oder weil es oft sehr knappe Zeitvorgaben gibt. Da versucht man dann in sehr kurzer Zeit, das Interview hinzukriegen – das verursacht dann auch bei mir noch Aufregung.

 

chilli: Vor laufender Kamera wird ja jeder Patzer festgehalten.
Ludowig: Genau. Es wird alles aufgezeichnet. Allerdings sind oft genau die Sendungen, in denen es nicht ganz so läuft, wie geplant, diejenigen, die für das Fernsehen am interessantesten sind. Ich habe vorletztes Jahr zum Beispiel ein Interview mit Joan Collins geführt, das total in die Hose ging. Aber am Ende war das für den Beitrag super. Denn so konnten wir zeigen, wie zickig sie war.

 

chilli: Haben Sie nach all den Jahren noch einen Wunsch-Interview-Partner?
Ludowig: Ohne jetzt überheblich klingen zu wollen: Ich habe bereits die meisten Stars vorm Mikrophon gehabt. Es gibt niemanden, bei dem ich sagen würde: Den möchte ich unbedingt interviewen. Allerdings kenne ich seit vielen Jahren Michael Schumacher und seine Familie sehr gut. Angesichts des schrecklichen Unfalls von Michael wäre es mein Wunsch, dass er mein nächster Interviewgast ist, wenn er hoffentlich genesen ist.

Welche Highlights aus 20 Jahren "Exclusiv" wird Frauke Ludowig in der Jubiläumsshow wohl präsentieren?

 

chilli: Da Sie selbst sagen, Sie hätten bereits fast alle Stars vor dem Mikrophon gehabt: Denken Sie manchmal darüber nach, dieser doch sehr oberflächlichen Promi-Branche den Rücken zu kehren und noch mal eine andere Art Journalismus zu machen?
Ludowig: Meine Herangehensweise ist anders: Ich erachte diesen Job nicht als oberflächlich. Im Gegenteil: Ich versuche, dem Ganzen die Oberflächlichkeit zu nehmen. Die andere Art Journalismus wie beispielsweise Nachrichten und Politik habe ich ja bereits in meiner Anfangszeit als Journalistin gemacht. Nun bin ich relativ erfolgreich in meinem jetzigen Genre und die Menschen verbinden mich damit. Daher denke ich: Schuster bleib bei deinen Leisten. Die Arbeit ist für mich auch weiterhin eine Herausforderung, die viel Spaß macht.

 

chilli: Also kann es noch 20 Jahre so weitergehen?
Ludowig: Ich bin nicht der Typ, der so weit im Voraus plant. Aber 20 Jahre werden es wohl nicht mehr werden. Ich bin immer gut damit gefahren, die Dinge auf mich zukommen zu lassen. Ans Aufhören denke ich allerdings definitiv nicht.

 

chilli: Was hat sich in den letzten 20 Jahren bei der Arbeit für „Exklusiv“ verändert?
Ludowig: Es ist viel mehr Arbeit geworden, als früher. Dadurch, dass ich nicht nur die Redaktion von „Exklusiv“ leite, sondern auch die der VOX-Sendung „Prominent“ übernommen habe, habe ich jede Menge Menschen, die ich führen muss. Das ist etwas, was ich natürlich jeden Tag spüre. Auch die Promi-Berichterstattung hat sich verändert. Aber nicht unbedingt alles ist schlechter geworden. Damals kannte uns kein Mensch. Wir mussten bei null anfangen und erstmal allen erzählen, wer wir eigentlich sind und was wir machen. Das muss ich heute niemandem mehr erklären. Negativ ist hingegen, dass man heutzutage unter Dauerbeobachtung steht. Wenn mal ein Projekt nicht so gut läuft, wird das sofort von den Medien wahrgenommen. Das hatte man vor 20 Jahren nicht so stark und konnte dadurch mehr ausprobieren. Heute ist das nicht mehr so einfach.

So sieht Fernsehgeschichte aus: Frauke Ludowig 1995.

 

chilli: Sie selbst sind Journalistin und für die Berichterstattung zuständig. Doch durch den Erfolg Ihrer Sendung stehen Sie immer mehr selbst im Rampenlicht. Empfinden Sie es als unangenehm, auf der anderen Seite zu stehen?
Ludowig: Nein. Ich freue mich über das Interesse an der Sendung und genieße es auch. Allerdings fühle ich mich immer noch am wohlsten in der Rolle der Reporterin.

 

chilli: Sie haben in diesem Jahr bereits einen weiteren, runden Geburtstag gefeiert: Sie sind 50 geworden. Was tun Sie dafür, um nach über 20 Jahren immer noch im Rampenlicht zu bestehen?
Ludowig: Ich glaube das Geheimnis ist einfach, dass ich Spaß an dem habe, was ich mache. Ich habe wirklich sehr viel zu tun und manchmal fehlt mir auch Zeit für mich selbst. Durch die Kinder ist das noch mehr in den Hintergrund gerückt. Dennoch genieße ich jeden Tag. Mir machen meine Aufgaben Spaß und ich freue mich, dass mir die Kombination Kinder und Karriere gelingt. Dadurch, dass ich weiß, dass ich jeden Morgen gerne ins Büro gehe, wo mich jeden Tag etwas anderes erwartet, inspiriert mich das sehr. Es ist toll, unterschiedliche Menschen kennenzulernen und die Welt zu sehen. Ich bin glücklich darüber, wie alles läuft und würde mir wünschen, dass alles so weitergeht. Was die Optik angeht: Natürlich muss man im Fernsehen darauf achten, dass man gepflegt ist. Das gehört zu dem Job dazu. Am Wochenende laufe ich auch gerne mal in Joggingklamotten herum und tue einfach mal gar nichts. Aber beim Fernsehen, wo ich mich öffentlich präsentiere, gehört eine Grundeitelkeit – die ich privat gar nicht so stark habe – dazu.

 

chilli: Wie halten Sie sich fit?
Ludowig: Ich habe einen Personal Trainer. Ich stehe dafür um 6 Uhr noch vor meiner Familie auf – heute Morgen habe ich zum Beispiel auch schon trainiert. Mit meinem Trainer Jan Giersberg mache ich gezielte Übungen. Wenn ich das zeitlich nicht schaffe, dann absolviere ich das Training von ihm online. Es gehört auch zum Job dazu, dass man beweglich bleibt und und sich körperlich fit hält. Dabei geht es mir nicht nur um mein Aussehen und darum, keine Wampe oder einen dicken Hintern zu kriegen, sondern auch darum, in Schwung zu bleiben. Meine Kinder sind ja noch recht klein. Die eine ist letzte Woche neun geworden, die Große ist zehn Jahre alt. Die beiden scheuchen mich ganz schön. Selbst wenn ich bequem auf dem Sofa sitzen bleiben wollen würde, ginge das allein wegen der Kinder nicht.

RTL-Moderatorin Frauke Ludowig (links) und Sarah Jessica Parker: Das 20-Jahre-Jubiläum von "Exclusiv - Das Star-Magazin" bietet reichlich Gelegenheit zur Rückschau.

 

chilli: Was tun Sie, wenn Sie mal einen freien Tag haben und vielleicht sogar die Kinder bei der Oma untergebracht haben?
Ludowig: Das kommt eigentlich nie vor. Dadurch, dass mein Mann und ich viel arbeiten und zudem relativ spät Eltern geworden sind, wollen wir jede freie Minute mit unseren Kindern verbringen. Wir haben auch seit den Geburten noch nie einen Urlaub zu zweit gemacht. Noch nicht mal ein Wochenende alleine.

 

chilli: Was würden Sie sagen, wenn Ihre beiden Töchter in ein paar Jahren sagen würden „Ich möchte Star werden!“ – zum Beispiel durch eine Casting-Show?
Ludowig: Die Aussage „Ich möchte Star werden“ ist für mich erst mal fragwürdig. Star – das ist ja kein Beruf. Meine Töchter lernen von mir, dass sie einen Beruf erlernen müssen. Wenn sie dann durch den Job eine gewisse Berühmtheit erlangen, dann ist das in Ordnung. Mein Mann und ich versuchen, sie zu selbstständigen Menschen zu erziehen. Am Ende werden sie uns dann sowieso nicht fragen, ob wir ihre Berufswahl befürworten oder nicht – ebenso wenig, wie ich damals meine Eltern um Erlaubnis fragte.

 

chilli: Flüchten Sie manchmal in den Urlaub irgendwohin, wo Sie niemand kennt, weil Ihnen Ihre Bekanntheit zu anstrengend wird?
Ludowig: Ich empfinde das gar nicht als so anstrengend. Denn in der Regel erlebe ich positive Reaktionen, wenn die Menschen mich erkennen. Ich freue mich darüber und wandele das in positive Energie für mich um.

 

Text: Vanessa Schwake
Fotos: © RTL / Francine Fleischer / Stefan Gregorowius / Olschewski
Quelle: teleschau – der mediendienst