Sexy Hexe

Die neue ProSieben-Grusel-Serie „Sleepy Hollow“ (immer mittwochs, 22.15 Uhr) interpretiert Washington Irvings Erzählung vom kopflosen Reiter auf ungewohnte Weise: Der während der amerikanischen Unabhängigkeitskriege gefallene Soldat Ichabod wird in der Jetztzeit zum Leben erweckt – genau wie der mysteriöse Reiter, der fortan eine Reihe von Morden begeht. Zusammen mit Hilfe einer mutigen Polizistin und seiner einstigen Frau, der Hexe Katrina, gespielt von der Schwedin Katia Winter versucht Ichabod Schlimmeres zu verhindern. Ein Gespräch mit der 30-jährigen Schwedin Winter, unter anderem bekannt aus den Serien „Dexter“ und „Navy CIS“, über persönliche Gruselerlebnisse, mögliche Zauberkräfte, die Rolle der amerikanischen Frau in der Geschichte, und welche Zeitreise sie selbst gerne einmal unternehmen würde.

Ihre Figur Katrina kommt reist aus der Vergangenheit in die Jetzt-Zeit. Wenn Katia Winter eine Zeitreise machen könnte, würde sie wahrscheinlich in die 70er-Jahre wollen. Nicht zuletzt, weil sie sich manchmal nach der Zeit vor Computer und Handys zurücksehnt.

 

chilli: Katia Winter, wann haben Sie sich zuletzt vor etwas gefürchtet?
Katia Winter: Als ich zuletzt geflogen bin. Ich habe zwar generell keine Flugangst, aber wenn es irgendwelche Turbulenzen gibt, ist mir schon etwas mulmig. Ich denke dann immer gleich: Jetzt muss ich sterben!

 

chilli: Gibt es auch etwas, wovor Sie generell Angst haben? Etwas, wovor Sie sich immer wieder gruseln?
Katia Winter: Ich mag es überhaupt nicht, nachts allein zu Hause zu sein. In Hotels ist es okay, da fühle ich mich sicher, aber ansonsten tue ich mir schwer, wenn niemand da ist.

 

chilli: Woran könnte das liegen?
Katia Winter: Ich glaube, ich spüre dann die Dunkelheit einfach mehr. Und ich mag es nicht, wenn es dunkel ist.

 

chilli: Was tun Sie gegen Ihre Angst?
Katia Winter: Ich mache schnell das Licht und den Fernseher an. Wichtig ist mir immer, etwas gegen die Stille im Haus zu tun. Dunkelheit und Stille in Kombination – das geht für mich gar nicht.

 

chilli: In solchen Momenten würden Sie wohl eher keine Folge „Sleepy Hollow“ anschauen, richtig?
Katia Winter: Oh Gott, nein! Ich würde überhaupt nichts Gruseliges gucken, das könnte ich nicht.

Vergangenheit und Gegenwart vereint gegen das Böse: von links Katrina Crane (Katia Winter), Ichabod Crane (Tom Mison), Grace Abigail Mills (Nicole Beharie) und Frank Irving (Orlando Jones).

 

chilli: Wie war denn die Arbeit an der Serie? Haben Sie sich währenddessen auch manchmal gegruselt?
Katia Winter: Meistens waren so viele Leute um mich herum, dass ich keine Angst haben musste. Ich habe mich höchstens mal erschrocken, wenn eine Figur plötzlich aus dem Nichts auftauchte. Manchmal mussten sich einzelne Figuren verstecken, bevor sie ins Bild kamen, und wenn sie dann auf einmal vor einem standen, war das schon ein wenig unheimlich.

 

chilli: Lag wohl auch an der gelungenen Kostümierung.
Katia Winter: Auf jeden Fall, die Kostüme sind schon wahnsinnig gut gemacht. Diese fiesen Kreaturen und Dämonen sehen ganz schön echt aus. Wenn man sie nur aus Kameraperspektive beobachtet, ist das ziemlich unheimlich. Aber wenn man mit ihnen in den Drehpausen einen Kaffee trinkt, merkt man ja, dass sie ganz harmlos sind (lacht).

 

chilli: In „Sleepy Hollow“ spielen Sie die Hexe Katrina. Was ist das für ein Charakter?
Katia Winter: In der ersten Staffel lernt man Katrina eher langsam kennen, weil sie nicht ganz so häufig auftritt. Nach einigen Folgen wird aber schon deutlich, dass sie eine sehr starke Persönlichkeit ist – vor allem, wenn man bedenkt, aus welcher Zeit sie stammt. Sie ist extrem unabhängig und selbstbestimmt, obwohl sie eine Frau und verheiratet ist.

 

chilli: Und eine Kämpferin.
Katia Winter: Stimmt, sie kämpft immer für das, woran sie glaubt. Ich würde sogar sagen: Sie ist eine Freiheitskämpferin. Sie setzt sich enorm für die Schwachen ein, wobei ihr natürlich ihre Zauberkräfte helfen.

 

chilli: Gibt es Eigenschaften von Katrina, die Sie besonders bewundern?
Katia Winter: Katrina ist jemand, zu dem ich generell aufschaue. Vor allem mag ich ihren Mut. Ich wünschte, ich hätte davon genauso viel wie sie. Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch mal sagen, dass es in der Filmbranche nicht viele Rollen wie die der Katrina gibt, also nur wenige weibliche Helden. Während männliche Darsteller häufig Rollen dieser Art bekommen, haben Schauspielerinnen nicht oft die Chance, so jemanden zu spielen. Wenn also ein Drehbuch wie das von „Sleepy Hollow“ kommt, bin ich natürlich sofort dabei.

Obwohl sie noch nicht damit in Berührung gekommen ist, glaubt die schwedische Schauspielerin Katia Winter ein wenig an überirdische Kräfte. In der neuen ProSieben-Grusel-Serie "Sleepy Hollow" darf sie eine Hexe spielen.

 

chilli: Glauben Sie eigentlich selbst an Zauberei? An überirdische Kräfte?
Katia Winter: Ich glaube schon daran! Zumindest ein bisschen (lacht). Ich selbst bin noch nicht mit Zauberei in Berührung gekommen, hätte aber an sich nichts dagegen. Klar, es ist nicht bewiesen, dass es wirklich so etwas wie Zauberei gibt – aber es gibt auch keine Beweise dagegen.

 

chilli: Würden Sie selbst gerne wie Katrina zaubern können?
Katia Winter: Absolut! Das wäre großartig!

 

chilli: Was würden Sie tun?
Katia Winter: Wahrscheinlich würde ich versuchen, was Katrina versucht: die Welt ein kleines bisschen besser machen. Ich würde ständig irgendwelchen Leuten helfen wollen. Und natürlich die Umwelt retten.

 

chilli: Katrina ist in „Sleepy Hollow“ nicht nur Hexe und Frau eines ehemaligen Soldaten. Sie ist auch ein Teil der amerikanischen Geschichte, die nacherzählt wird. Kannten Sie sich mit den geschichtlichen Fakten bereits aus – oder mussten Sie sich die erstmal anlesen?
Katia Winter: Ich musste schon einiges lesen. Wobei man sagen muss, dass „Sleepy Hollow“ zwar auf geschichtlichen Fakten basiert, diese aber für die Serie neu interpretiert wurden. Es ist historisch gesehen also nicht alles eins zu eins wiedergegeben. Die amerikanische Geschichte ist mehr eine Inspiration als eine Vorlage.

Als Katrina erzählt Katia Winter in "Sleepy Hollow" ein Stück amerikanische Frauengeschichte nach. Sie selbst würde als Frau immer die Gegenwart der Vergangenheit vorziehen.

 

chilli: Gefällt Ihnen denn die Welt, aus der Katrina stammt?
Katia Winter: Es ist toll, als Schauspieler eine Zeitreise unternehmen zu können. Dadurch lebt man das Leben, wie es einmal war, zumindest ein Stückweit nach. Aber für mein Leben, gerade als Frau, würde ich dann doch die Gegenwart bevorzugen. Frauen hatten es damals wirklich sehr schwer. Hinzukamen die allgemein schlechten medizinischen Zustände. Man konnte ja schon an einem einfachen Schnupfen sterben. Dazu die Armut …. Die Welt war einfach anders damals.

 

chilli: Stellen Sie sich vor, Sie könnten tatsächlich in der Zeit reisen – wohin würde es für Sie gehen: Vergangenheit oder Zukunft?
Katia Winter: Mich interessiert zwar sehr, was in der Zukunft passiert, aber vielleicht ist es dort doch nicht so schön wie in manch anderen Zeiten. Was die Vergangenheit angeht, weiß man schließlich schon, was wann wo los war. Ich könnte mir zum Beispiel ein Leben in den 70er-Jahren vorstellen, also in der Zeit, in der alle so hippiemäßig glücklich waren – und das ganz ohne großartige Technologie, wie wir sie heute haben. Manchmal sehne ich mich wirklich in die Zeit vor Computern, vor E-Mails und Facebook zurück. Das war doch irgendwie entspannt damals.

 

chilli: Wären Sie tatsächlich entspannt, wenn Sie ab sofort weder Handy noch Internetzugang hätten?
Katia Winter: Das ist doch eine schöne Vorstellung! Aber es stimmt schon, ich brauche beides, allein für meine Arbeit. Vielleicht kann ich irgendwann, wenn ich mich zur Ruhe setze, tatsächlich alles abschalten und ganz darauf verzichten.

 

chilli: Wie sähe Ihr Leben dann wohl aus?
Katia Winter: Vermutlich würde ich in irgendeiner Hütte im Wald leben (lacht).

 

Text: Erik Brandt-Höge
Fotos: © ProSieben / 2013 Twentieth Century Fox Film Corporation
Quelle: teleschau – der mediendienst