Zum Glück deckt Bürgermeister Nicholas Hostetler (Russell Crowe) seinen Beamten, sonst wäre der New Yorker Cop Billy Taggart (Mark Wahlberg) wegen Totschlags im Gefängnis gelandet. Acht Jahre später arbeitet Billy als Privatdetektiv und soll in Hostetlers Auftrag dessen Frau Cathleen (Catherine Zeta-Jones) eine Affäre nachweisen. Doch in Allen Hughes’ klugem Thriller „Broken City“ (Start: 18. April) steckt in Wahrheit der vermeintlich gehörnte Ehemann in dunklen Machenschaften. Und die will Taggart um jeden Preis aufdecken. Darsteller Mark Wahlberg (41), selbst bodenständiger Familienvater, mag die Entschlossenheit seines Filmhelden mindestens so sehr wie die Geschenkideen seiner Ehefrau Rhea Durham.

Mark Wahlberg spielt den Polizisten Billy Taggert: "Billy ist auf jeden Fall eine Figur, zu der ich persönlichen Bezug habe, weil sie aus der Arbeiterklasse kommt, Schwächen und Fehler hat."

 

chilli: Billy will Hostetler vernichten, auch um den Preis des eigenen Ruins …
Mark Wahlberg: … weil er das für die moralisch richtige Entscheidung hält. Und dafür sogar bereit ist, seine eigene Freiheit aufs Spiel zu setzen. Dieser machtgierige, geldgierige Typ bringt schließlich arme Leute in Sozialbauwohnungen um ihr Zuhause.

chilli: Hätte Ihnen die Rolle von Russell Crowe ebenso Spaß bereitet?
Wahlberg: Ich liebe überlebensgroße, charismatische Bösewichte genauso. Überhaupt sprechen mich Filme mit ausgefeilten Figuren und Handlungssträngen am meisten an – welche, die für denkende Erwachsene gemacht sind. Meine Lieblingsfilme sind klassische Thriller wie „Serpico“ oder „Chinatown“. Aber Billy ist auf jeden Fall die Figur, zu der ich mehr persönlichen Bezug habe, weil sie aus der Arbeiterklasse kommt, Schwächen und Fehler hat. Das macht Billy menschlicher, und der Zuschauer kann sich identifizieren.

Mark Wahlberg ist eher der praktische Typ: "Ich habe meiner Frau Rhea letztes Jahr einen Computer geschenkt, weil mir meine Tochter verraten hatte, Rheas PC sei kurz vor dem Ableben. Ich war ganz stolz auf mein nützliches Geschenk. Wissen Sie, was die Reaktion darauf war? 'Schatz, bleib doch lieber beim Schmuck!'"

 

chilli: Hostetler um den Preis des eigenen Ruins vernichten zu wollen, wirkt beinahe klischeehaft amerikanisch…
Wahlberg: Billy hat den Willen, das zu tun, von dem er meint, dass es richtig ist und dafür auch seine Freiheit aufs Spiel zu setzen. Es ist für mich schwer zu sagen, ob das ein sehr amerikanisches Verhalten ist.

chilli: Aber auch Billys eigene Moral scheint zu Beginn des Films etwas labil. Er hat immerhin einen Menschen auf dem Gewissen, oder nicht?
Wahlberg: Der war ja alles andere als ein unschuldiges Opfer. Das ist leider in den USA wie überall auf der Welt so: Nicht immer werden schlimme Dinge wieder gerade gerückt. Dafür musste Billy das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Und dann muss er sich Jahre später mit diesem korrupten Bürgermeister herumschlagen, der ihn mit seiner Vergangenheit erpresst. Und Billy sagt sich: Scheißegal, dieser Typ muss untergehen, auch wenn ich dabei mit ihm untergehe. Wenn das sehr amerikanisch ist, dann segne Gott Amerika. Was haben Sie da eigentlich für ein lustiges Mini-Mikrofon?

Osternester? Weihnachtsdeko? Alles nicht so Mark Wahlbergs Fall: "Wenn es nach mir ginge, würde ich den Weihnachtsbaum alljährlich gleich nach der Bescherung entsorgen."

 

chilli: Ein „romantisches“ Geschenk meines Mannes.
Wahlberg: Aber sehr praktisch! Ich habe meiner Frau Rhea letztes Jahr einen Computer geschenkt, weil mir meine Tochter verraten hatte, Rheas PC sei kurz vor dem Ableben. Ich war ganz stolz auf mein nützliches Geschenk. Wissen Sie, was die Reaktion darauf war? „Schatz, bleib doch lieber beim Schmuck!“

chilli: Autsch! Haben Sie es mit Fassung getragen?
Wahlberg: Aber sicher. Dass Geschenke immer perfekt sein müssen, ist ja auch so ein Frauending. Wenn es nicht gefällt, gibt man es halt zurück. Bei meiner Frau muss es auch immer perfekt sein. Ich gebe aber zu, dass auch tolle Sachen dabei herauskommen. Sie hat mir Weihnachten ein ganz und gar unglaubliches Geschenk gemacht: Eine Kirchenbank von einer Firma in New Hampshire, die Kirchen ausstattet und normalerweise gar keine Einzelstücke produziert. Sie haben die Bank dann zu uns nach Hause geliefert. Ich habe mich riesig darüber gefreut, weil es ein sehr durchdachtes und liebevolles Geschenk war. Aber im Allgemeinen bin ich nicht so der Geschenketyp.

Polizeithriller liegen Mark Wahlberg: Seine erste und bisher einzige Oscarnominierung erhielt er für "Departed - Unter Feinden".

 

chilli: Glauben Ihre Kinder an Osterhase und Weihnachtsmann?
Wahlberg: Aber natürlich, das will ich ihnen auch auf keinen Fall vermiesen. Weil es für Kinder wichtig ist, ebenso wie die Geschenke und die Deko anlässlich dieser Feste. Aber spätestens mit 18 Jahren hat sich der Geschenkekram erledigt. Und Osternester, Tannenbäume und dieses Zeug sind doch alles nur Staubfänger und Brandherde. Wenn es nach mir ginge, würde ich den Weihnachtsbaum alljährlich gleich nach der Bescherung entsorgen.

Autor: Margarete Richter / Fotos: Universum
Quelle: teleschau – der mediendienst