Auf der Suche nach der nackten Wahrheit

Wer sich im Juni dachte, dass mit der ProSieben-Verkupplungsshow „Crazy Dates – In Love with Palina“, bei der zwei Männer in albernen Tierkostümen verkleidet um das Herz einer Frau buhlten oder der „Bachelorette“ von RTL die Grenzen der Single-Show-Möglichkeiten erreicht sind, der wird ab 28. August, um 22.15 Uhr, eines Besseren belehrt: Dann geht bei RTL „Adam sucht Eva – Gestrandet im Paradies“ an den Start und damit eine völlig neue Form des Kennenlernens.

Diese zeichnet sich nicht etwa durch noch extravagantere Flirt-Methoden aus, sondern besinnt sich auf die natürlichste Form der Begegnung: Die Kandidaten treffen komplett nackt auf einer einsamen Insel aufeinander. Diese Art des Datings käme für die Moderatorin der Sendung, Nela Lee, nicht nur deshalb nicht infrage, weil sie ihren „Adam“ bereits gefunden hat, sondern auch, weil sie nackte Tatsachen lieber im privaten Kreis präsentiert. Die 34-Jährige mit koreanischen und ungarischen Wurzeln verrät zudem, ob der „Playboy“ dennoch eine Chance bei ihr hätte, warum das Kennenlernen ohne Kleidung gar nicht so unromantisch ist, wie man auf den ersten Blick meinen mag und wie ihr Liebster sie erobert hat.

Machen Kleider wirklich Leute? Moderatorin Nela Lee geht in der Single-Show "Adam und Eva - Gestrandet im Paradies" auch dieser Frage nach

 

chilli: Was war Ihre erste Reaktion, als man das Konzept der Sendung, in der zwei nackte Singles aufeinandertreffen, an Sie herangetragen hat?
Nela Lee: Grundsätzlich habe ich mich erst mal sehr gefreut, dass RTL mich zum Casting einlädt. Dabei habe ich mir von dem verantwortlichen Redakteur das Konzept der Show ganz genau erklären lassen und gedacht: Wenn RTL mir nach dem Casting die Show anbieten würde, möchte ich sie unbedingt machen! Es ist ein neues, spannendes Projekt, über das die Leute reden und diskutieren werden.

 

chilli: Sie sind für die Sendung von ProSieben zu RTL gewechselt: Dadurch, dass die Skandalshow in Holland bereits erfolgreich läuft und hierzulande vorab kontrovers diskutiert wird, konnten Sie sich sicher sein, dass Ihr Bekanntheitsgrad rasant steigt. Der Nebeneffekt war bestimmt nicht unerheblich bei der Entscheidung, oder?
Lee: Das stimmt. Und ich freue mich über die berufliche Weiterentwicklung.

 

chilli: Die Tatsache, dass „Adam sucht Eva“ sechs Wochen lang im paradiesischen Französisch-Polynesien gedreht wurde, war wahrscheinlich auch verführerisch …
Lee: Das war auf jeden Fall das Sahnehäubchen. Ich musste erst mal auf der Karte schauen, wo das genau liegt. Ich war noch nie so weit weg von Zuhause und habe mich sehr gefreut, dort zu drehen.

 

chilli: Was sind die Vor- und Nachteile, wenn zwei Menschen nackt aufeinandertreffen? Was macht den Reiz aus?
Lee: Der Reiz ist nicht nur, dass die Singles nackt sind, sondern darüber hinaus haben die beiden keine Handys, können nicht ins Kino oder zum Kaffeetrinken um die Ecke gehen. Stattdessen sind sie auf einer wunderschönen, einsamen Insel und sitzen da mit einem Menschen, den sie frei von allen Statussymbolen kennenlernen. In unserer Gesellschaft im normalen Alltag haben wir ja nicht die Möglichkeit, uns so vollkommen frei von allem kennenzulernen. Umso spannender wird es dann auch am Ende, wenn sich die beiden zum ersten Mal bekleidet gegenüberstehen. Die Kandidaten fragen sich dann, ob der andere das Bild erfüllen wird, das sie vorher in den vier Tagen des Nackt-Kennenlernens entwickelt haben.

" Für 'Tutti Frutti 2.0' wäre ich nicht zu haben gewesen": Moderatorin Nela Lee präsentiert in jeder Folge von "Adam und Eva - Gestrandet im Paradies" zwei Singles, die getrennt von einander am Strand einer einsamen, abgelegenen tropischen Insel in ihrer ganzen Natürlichkeit aufeinander treffen.

 

chilli: Jeder Single lernt also nur jeweils einen anderen Single kennen – das ist ja nicht gerade eine große Auswahl!
Lee: Die Sendung startet mit zwei Singles, die auf einer einsamen Insel landen. Aber wir haben noch die ein oder andere Überraschung parat. Das muss man sich dann aber im TV anschauen.

 

chilli: Ist es nicht total unromantisch, sich direkt nackt zu treffen? Da bleiben doch der Zauber und die Phantasie auf der Strecke …
Lee: Der Zauber entsteht ja nicht dadurch, dass man einen Menschen irgendwann mal nackt sieht. Es ist doch spannend, einen Menschen so kennenzulernen, wie er wirklich ist, ohne dass er sich hinter Kleidung und Statussymbolen verstecken kann. So sieht der andere die nackte Wahrheit. Die TV-Zuschauer werden sehen, wie romantisch die Momente in der Show sind, wenn das Paar sich dann schließlich angezogen gegenübersteht – das hat seinen eigenen Zauber. Aber selbstverständlich ist es nicht das Romantischste, wenn man einen Mann zum ersten Mal nackt sieht. (lacht) Egal, von welcher Seite man das jetzt betrachtet und ob das in einer Fernsehsendung oder im wahren Leben geschieht. Der Zauber kommt bei unserer Show daher, dass die beiden sich auf einer romantischen, wunderschönen Insel unterm Sternenhimmel ohne Stress und Ablenkungen kennenlernen.

 

chilli: Aber am Anfang ist es für die Singles doch bestimmt komisch, oder sind sie komplett cool mit der Situation umgegangen?
Lee: Natürlich ist es am Anfang ungewohnt, wenn man sich nackt begegnet, aber irgendwann ist es wie in der Sauna: Man bemerkt es gar nicht mehr beziehungsweise denkt gar nicht mehr darüber nach, dass man nackt ist. Es spielt keine Rolle mehr und wird zum Normalzustand.

 

chilli: Kann die Sendung überhaupt im Abendprogramm ausgestrahlt werden, oder gibt es zu viele nackte Nahaufnahmen?
Lee: RTL ist mit der Nacktheit ganz sensibel umgegangen. Ansonsten hätte ich die Sendung auch nicht moderiert. Für „Tutti Frutti 2.0“ wäre ich nicht zu haben gewesen.

 

chilli: Wenn Sie Single wären, käme eine solche Form des Datings für Sie infrage?
Lee: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Bisher stellte sich die Frage für mich nicht. Denn meine Partner habe ich bisher immer im realen Leben kennengelernt. Für ein Nackt-Dating bin ich aber wohl nicht extrovertiert genug. Nacktheit gehört für mich persönlich in mein Privatleben. Das beschränkt sich auf meine Familie und Freunde.

Die nackte Wahrheit bekommen die Singles in "Adam sucht Eva" sofort zu sehen

 

chilli: Ein Angebot vom „Playboy“ würden Sie also ablehnen?
Lee: Mal soll niemals nie sagen, aber bisher kam es für mich nicht infrage und in Zukunft wahrscheinlich auch nicht.

 

chilli: Wie haben Sie Ihren Partner kennengelernt?
Lee: Mein Verlobter und ich haben uns auf etwas untypische Weise kennengelernt: Er hat mich damals bei „Xing“ gefunden und mir eine Email geschrieben. Die war so speziell, dass ich einfach antworten musste. Dann haben wir häufig hin- und hergeschrieben. Da die geschrieben Wörter sehr interessant waren, haben wir uns dann nach sechs Wochen persönlich getroffen – und dann war es Liebe auf den ersten Blick. Seitdem sind wir zusammen, das ist jetzt über fünf Jahre her.

 

chilli: Sie sind verlobt!? Herzlichen Glückwunsch! Steht der Hochzeitstermin bereits fest?
Lee: Nein, noch nicht. Wir genießen es jetzt erst mal, verlobt zu sein. Das ist auch noch ganz neu für mich, von meinem Verlobten zu sprechen und nicht mehr von meinem Freund. Wir wissen noch gar nicht wann und wie und wo. Wir schauen einfach, wie es am besten passt. Ganz entspannt.

 

chilli: Dann käme ja vielleicht auch eine einsame Insel als Hochzeitslocation infrage?
Lee: Wenn die Anreise nicht so lange dauert wie nach Französisch-Polynesien, warum nicht.

 

chilli: Sie mussten sich Ende Mai nach einer TV-Aktion die Haare blond färben und sind dabei geblieben …
Lee: Mir gefällt die Farbe sehr gut. Ich hatte mir das auch ohnehin schon vor der Aktion überlegt, ob ich es wagen soll. Denn im März war ich in Korea unterwegs für die Sendung „taff“, und dort ist es ja gang und gäbe, dass man sich die Haare blond färbt.

Nela Lee nimmt die Zuschauer mit auf die romantische und spannende Reise von Adam und Eva.

 

chilli: Sie sind ja Halbkoreanerin. Welche Verbindungen haben Sie noch zu Korea, und sprechen Sie die Sprache?
Lee: Viele Onkels und Tanten sowie meine Oma leben dort. Ich spreche die Sprache leider nicht, sondern kann nur ein paar Wörter. Ich finde es sehr schade, dass ich mich nicht auf Koreanisch unterhalten kann. Ich würde es gerne lernen, aber es ist schwierig, wenn man nicht regelmäßig in dem Land ist und praktiziert. Ich würde gerne mal für längere Zeit in Korea leben und das dortige Lebensgefühl kennenlernen, anstatt mich immer nur wie ein Touristin zu fühlen, wenn ich dort bin.

 

chilli: Kochen Sie Koreanisch zu Hause?
Lee: Hin und wieder ja. Allerdings hat meine Mutter früher auch nicht viel Koreanisch gekocht bei uns zu Hause. Sie sagte stets: „Wir leben in Deutschland, also kochen wir auch deutsche Gerichte.“ Wir haben auch immer Deutsch gesprochen, denn es war ihr sehr wichtig, dass wir vollkommen integriert sind. Sie hat viel über Korea erzählt, und wir haben oft Urlaub dort gemacht, aber die koreanische Herkunft war im Alltag nicht omnipräsent.

 

chilli: Sind Sie eigentlich noch immer Veganerin?
Lee: Ich habe eineinhalb Jahre vegan gelebt, aber dann festgestellt, dass es sehr schwierig ist, die vegane Lebensweise mit meinem Beruf zu verbinden. Denn vegan bedeutet ja zum Beispiel auch, auf Lederprodukte zu verzichten oder keine Daunendecke zu kaufen. Ich koche ab und zu noch vegane Gerichte, aber eben nicht mehr ausschließlich. Was für mich weiterhin nicht infrage kommt, ist Ware aus Massentierhaltung. Ich versuche, verantwortungsbewusst einzukaufen.

 

chilli: Sind neue Projekte nach „Adam sucht Eva“ geplant?
Lee: Ich moderiere demnächst einige Events. Außerdem habe ich mein „Riesenbaby“, meinen Youtube-Channel, für den ich viele neue Videos drehe.

 

Text: Vanessa Schwake / Fotos: © RTL / Andreas Friese
Quelle: teleschau – der mediendienst